Wirtschaft

Mehr Vielfalt gegen Rassismus Adidas will Quote für Schwarze und Latinos

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Wie hier in New York wurden in den vergangenen Tagen auch Unternehmen Ziel der Wut der Demonstranten.

(Foto: imago images/MediaPunch)

Während der Anti-Rassismus-Proteste in den USA melden sich Mitarbeiter von Adidas zu Wort und werfen dem Konzern fehlende Gleichberechtigung vor. Daraufhin kündigt das Unternehmen Maßnahmen gegen Rassismus an. Es will nun bei Neueinstellungen eine Quote berücksichtigen.

Adidas will in den USA bei Neueinstellungen künftig 30 Prozent der Jobs an Afroamerikaner und Latinos vergeben. Die jüngsten Ereignisse hätten auch Adidas zum Nachdenken darüber veranlasst, was gegen den Rassismus unternommen werden könne, begründete Adidas-Chef Kasper Rorsted die Entscheidung. Er bezog sich damit auf die Anti-Rassismus-Proteste in den USA und vielen anderen Ländern.

Der deutsche Sportartikelhersteller kündigte auch an, seine Programme in den USA zur Unterstützung der afroamerikanischen Minderheit auszuweiten. Die Mittel für diese Programme sollen den Konzernangaben zufolge über die kommenden vier Jahre auf 20 Millionen US-Dollar (17,6 Millionen Euro) aufgestockt werden. Dabei handelt es sich etwa um die Förderung von Sportaktivitäten in mehrheitlich von Afroamerikanern bewohnten Gegenden.

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Adidas verstehe, dass der Kampf gegen den Rassismus "beständig und aktiv" geführt werden müsse, versicherte der Konzern. Der Sportartikelhersteller gelobte Besserung in dieser Hinsicht. Adidas war zuletzt aus den Reihen seiner eigenen Beschäftigten dafür kritisiert worden, nicht genügend gegen Rassendiskriminierung zu unternehmen.

Nachdem sich der Konzern unter anderem auf den sozialen Netzwerken gegen Rassismus aussprach, erwiderten einige Angestellte, die Unternehmenskultur sei von Gleichstellung weit entfernt. Die jüngsten Statements "stimmen nicht unbedingt damit überein, wie jemand intern über die Dinge denkt, die unternimmt, um Schwarze zu unterstützen", sagte Aric Armon, ein Schuhdesigner von Adidas in Portland. Am Sonntag schrieb Armon auf Instagram, dass ihn ein ehemaliger Adidas-Mitarbeiter während einer Reise zum Super Bowl in Miami im Februar mit dem N-Wort bezeichnet habe. Der ehemalige Mitarbeiter erklärte, er werde dies nicht kommentieren, bis er sich persönlich mit Armon sowie der Personalabteilung von Adidas getroffen habe.

Die Anti-Rassismus-Demonstrationen waren durch den Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz in der US-Großstadt Minneapolis ausgelöst worden. Viele berühmte Profisportler bekundeten mit symbolischen Gesten ihre Unterstützung für die Proteste.

Quelle: ntv.de, jru/AFP/DJ