Wirtschaft
Hunderte Mitarbeiter sind zu Beginn des Insolvenzverfahrens freigestellt.
Hunderte Mitarbeiter sind zu Beginn des Insolvenzverfahrens freigestellt.(Foto: REUTERS)
Donnerstag, 09. November 2017

Reicht Geld aus Verkauf?: Air-Berlin-Mitarbeiter bangen um Gehälter

Nach der Insolvenz der Fluglinie Air Berlin ist unklar, ob allen Mitarbeitern weiter ihr Gehalt gezahlt werden kann. In einem Interview äußert sich der Sachwalter der Air-Berlin-Gläubiger kritisch. Garantien dazu könne er nicht geben.

Gut eine Woche nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens für Air Berlin ist unklar, ob die bereits freigestellten Mitarbeiter ihre Gehälter weiter ausgezahlt bekommen. "Ob wir die Ansprüche am Ende des Verfahrens ganz oder teilweise bedienen können, lässt sich noch nicht sicher sagen", sagte der Sachwalter der Air-Berlin-Gläubiger, Lucas Flöther, der "Süddeutschen Zeitung". Das könne den Mitarbeitern nicht garantiert werden.

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Diese Lohnforderungen seien der Hauptgrund dafür gewesen, dass er die sogenannte drohende Masseunzulänglichkeit beim Insolvenzgericht angezeigt habe, sagte Flöther und erläuterte: "Das heißt, dass die Erlöse aus dem Verkauf der Teile von Air Berlin wahrscheinlich nicht reichen werden, diese Löhne zu bezahlen." Es werde Jahre dauern, bis das Verfahren abgeschlossen sei, erklärte der Sachwalter. "Erst muss das Geld aus den Verkäufen bei uns ankommen. Außerdem müssen wir weitere Ansprüche wohl erst vor Gericht durchsetzen."

Air Berlin war nach Lufthansa seit dem Jahr 2003 die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft. Mit 1,5 Milliarden Euro verschuldet, musste Air Berlin Mitte August Insolvenz anmelden. Der Flugbetrieb konnte dank eines Überbrückungskredites des Bundes über 150 Millionen Euro bis Ende Oktober aufrechterhalten werden.

Hunderte Mitarbeiter betroffen

"Nach unseren Berechnungen gehen wir davon aus, das Geld vollständig zurückzahlen zu können", erklärte Flöther. Das Darlehen laufe zum Jahresende aus. "Wir müssen sehen, ob bis dahin die Erlöse aus den Verkäufen überwiesen sind. Das sehe ich aber entspannt: Erst wenn Geld da ist, können wir zahlen."

Air Berlin hatte zum Zeitpunkt des Insolvenzantrags Mitte August rund 8000 Beschäftigte. Hunderte Mitarbeiter sind zu Beginn des Insolvenzverfahrens am 1. November freigestellt. Sie sollen noch im November die Kündigung erhalten.

Mehr als 2000 Mitarbeiter der Air-Berlin-Töchter Luftfahrtgesellschaft Walter (LGW), Niki, Leisure Cargo und Air Berlin Technik werden von den Käufern direkt übernommen. Weitere 2300 Stellen sind bei den Käufern ausgeschrieben. Gut 1700 Kollegen können in Transfergesellschaften wechseln, die sie bis Ende April nach Möglichkeit auf neue Stellen vermitteln sollen.

Quelle: n-tv.de

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