Wirtschaft

Lageraufstockung wegen Brexit Airbus bedrängt die britische Regierung

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Airbus möchte umgehend entscheiden, ob man Geld für die Aufstockung der Teilelager in die Hand nimmt.

(Foto: dpa)

Airbus stellt sich in den Mittelpunkt der Brexit-Verhandlungen und drängt die Briten zu einer Entscheidung. Um mögliche kostspielige Verzögerungen durch neue Zollgrenzen zu vermeiden, plant der Flugzeugbauer einen Aufbau von Lagerbeständen.

Airbus drängt die britische Regierung zur Eile. Die Entscheidungen über eine künftige Zollunion Großbritanniens mit der Europäischen Union nach dem Brexit müssten bald fallen, sagte der für das operative Geschäft der Flugzeugsparte zuständige Tom Williams in einer Video-Botschaft an die 14.000 Mitarbeiter des europäischen Konzerns in Großbritannien. Schließlich sei es nur noch ein Jahr bis zum geplanten Austritt des Landes aus der EU. "Die Zeit verrinnt ziemlich schnell", sagte Williams.

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Wegen der langen Vorlaufzeiten müsse Airbus jetzt umgehend entscheiden, ob man Geld in die Hand nehme, um die Teilelager aufzustocken - für den Fall, dass es nach dem Austrittsdatum am 29. März 2019 zu Lieferunterbrechungen käme. "Und das zu einer Zeit, in der alle unsere Lieferanten ziemlich beschäftigt sind", sagte Williams. Airbus sei stark an seine britischen Fabriken gebunden, solange sie mit der gleichen Effizienz wie zuvor betrieben werden können. In Großbritannien werden die Flügel für alle Airbus-Jets gebaut. Wie viel der zusätzliche Lageraufbau kosten würde, wollte ein Airbus-Sprecher nicht beziffern.

Williams Aussagen stellen Airbus in den Mittelpunkt der politischen Debatte. Premierministerin Theresa May bereitet sich indes darauf vor, ihre Vision für Großbritanniens Beziehungen zur EU aufzustellen. Sie lehnt einen Zusammenschluss ab. Ihre Einstellung wird von vielen unterstützt, die der Meinung sind, eine Zollunion verhindere andere Handelsabkommen.

Der Anführer der Labour-Partei, Jeremy Corbyn, befürwortet ein Abkommen Großbritanniens mit der EU. Er plant einen Zusammenschluss mit rebellischen konservativen Gesetzgebern, um Mays Pläne bei einer Abstimmung im Parlament zu blockieren. Diese wurde auf die kommenden Monate angesetzt. ADS, ein britischer Handelsverband für die Bereiche Luft-und Raumfahrt, Verteidigung und Sicherheit, bekräftigt Corbyn. Der Verband wies darauf hin, dass neue Prozesse den Sektor sonst jährlich 1,5 Milliarden Pfund (1,68 Milliarden Euro) kosten könnten.

Quelle: n-tv.de, lri/rts

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