Wirtschaft

Deutsche Bank unter Druck Aktionär zwingt zum Votum über Achleitner

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In zwei Tagen treffen sich die Aktionäre der Deutschen Bank.

(Foto: picture alliance / Arne Dedert/d)

Es droht eine turbulente Hauptversammlung bei der Deutschen Bank zu werden. Ein Großaktionär drückt dem Finanzinstitut einen Punkt in die Tagesordnung, der für Unruhe sorgen könnte. Der Aufsichtsratschef soll weg. Die Bank reagiert umgehend.

Der abrupte Wechsel an der Spitze der Deutschen Bank hat ein Nachspiel auf der Hauptversammlung des Dax-Konzerns am 24. Mai. Der Aktionär Riebeck-Brauerei will den Aufsichtsratsvorsitzenden Paul Achleitner aus dem Gremium abberufen lassen und durch einen Sanierungsexperten ersetzen. Außerdem fordert die Riebeck-Brauerei von 1862 AG aus Köln die Abspaltung und den Verkauf des defizitären Investmentbankings. Die Tagesordnung der Hauptversammlung wurde auf Verlangen des Aktionärs um die entsprechenden Punkte ergänzt, wie die Deutsche Bank mitteilte.

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"Die Bank hat ein Ertrags- und Kostenproblem aufgrund ihrer Fokussierung auf das Globale Investment Banking", zitiert die Brauerei zur Begründung ihres Vorstoßes Analysten von Alphavalue, und teilte dann gegen Achleitner aus. Der Prozess der Ersetzung von Bankchef John Cryan durch Christian Sewing sei von Achleitner "in höchstem Maße unprofessionell" geführt worden und bisheriger Tiefpunkt der Amtsführung des Aufsichtsratsvorsitzenden.

Der Niedergang der Deutschen Bank sei "untrennbar mit der Personalie Dr. Achleitner verbunden". Die wirtschaftliche Entwicklung sowohl der Bank als auch des Börsenkurses während seiner 2012 begonnen Amtszeit sei "verheerend". In dem Zeitraum sei die Strategie unter drei Vorstandsvorsitzenden vier Mal geändert worden, und viel versprochen, aber nichts gehalten worden, so das bittere Fazit des Aktionärs. Hinter der Riebeck-Brauerei steht der Kölner Investor Karl-Walter Freitag, der sich den Ruf eines Berufsaktionärs erworben hat.

Konzernspitze lehnen Vorschläge ab

Vorstand und Aufsichtsrat der Bank lehnen die Anträge zur Hauptversammlung indes ab. Die Trennung des Privatkunden- und Investmentbanking-Geschäfts führe zu schlechteren Ergebnissen, hieß es in einer Stellungnahme des Vorstands. Daher sollten die Aktionäre auf der Hauptversammlung am 24. Mai gegen den Vorschlag stimmen.

Zugleich stellte sich das Kontrollgremium hinter Aufsichtsratschef Achleitner und Stefan Simon, der als Vertreter des Deutsche-Bank-Großaktionärs Katar im Aufsichtsrat sitzt. Das Gremium habe "uneingeschränktes Vertrauen" in Achleitners Amtsführung. Das Kontrollgremium rief die Aktionäre auf, auch gegen die von Freitag geforderte Abberufung von Achleitner zu stimmen.

Quelle: n-tv.de, jwu/DJ/rts

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