Wirtschaft

Vor der Hauptversammlung Aktionärsberater ärgert Deutsche Bank

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Bei der Deutschen Bank ist noch längst keine Ruhe eingekehrt.

(Foto: dpa)

Die Aktionäre der Deutschen Bank sind alles andere als zufrieden mit der Entwicklung des Unternehmens. Vor der Hauptversammlung am 24. Mai mehren sich die Stimmen, die der Bankspitze sehr deutliche Zeichen geben wollen.

Der Gegenwind für Deutsche-Bank-Aufsichtsratschef Paul Achleitner nimmt weiter zu. Der einflussreiche Stimmrechtsberater Glass Lewis empfahl den Aktionären, auf der Hauptversammlung am 24. Mai gegen die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat zu stimmen.

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Der Stimmrechtsberater schreckt zwar davor zurück, den Aktionären eine Abwahl von Achleitner zu empfehlen. Gleichzeitig stellt er aber fest, dass es im besten Interesse der Aktionäre sei, mit der Nachfolgesuche zu beginnen.

Bei der vom Aktionär Karl-Walter Freitag auf die Tagesordnung gesetzten Abstimmung über die Abwahl von Achleitner empfahl Glass Lewis den Anteilseignern, sich zu enthalten. Da kein sofortiger Nachfolger für den Österreicher in Sicht sei, sei ein Votum für eine Ablösung mit zu vielen Risiken verbunden. Ein "nein" sende dagegen ein falsches Signal, dass kein Wechsel notwendig sei. Auch bei der ebenfalls von Freitag geforderten Abwahl von Katar-Vertreter Stefan Simon aus dem Aufsichtsrat empfiehlt Glass Lewis eine Enthaltung.

Kritik an geschlossener Entlastung

Wie bereits im vergangenen Jahr stellt sich der Stimmrechtsberater auch diesmal gegen eine Entlastung der Deutschen-Bank-Spitze. Der Aufsichtsrat habe seine Kontrollaufgaben nicht erfüllt. Es sei schwer zu glauben, dass der Aufsichtsrat keine Mitschuld an den Problemen der Bank trage und verwies auf die drei Chefwechsel in den sechs Jahren unter Achleitners Führung.

Auch dem im vergangenen Jahr amtierenden Vorstand will Glass Lewis die Entlastung versagen. Nach der Kritik an dem ehemaligen Konzernchef John Cryan und seiner Ablösung sei es nicht im Interesse der Aktionäre, dafür zu stimmen.

Die Deutsche Bank will auf der Hauptversammlung jeweils geschlossen über die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat für das Jahr 2017 abstimmen lassen. Der Stimmrechtsberater kritisierte diese Vorgehensweise, eine Einzelabstimmung über die Entlastung wäre im Interesse der Aktionäre. Rechtliche Folgen hat die Entlastung nicht. Die Abstimmungsergebnisse gelten aber als Indikator dafür, wie viel Vertrauen die Aktionäre in Aufsichtsrat und Vorstand haben.

Viele Fonds und Großanleger aus den USA und Großbritannien folgen bei ihren Abstimmungen auf Aktionärstreffen dem Rat von Stimmrechtsberatern wie Glass Lewis oder dem größeren Konkurrenten ISS.

Quelle: n-tv.de, sba/rts

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