Wirtschaft

Dividende wird erhöht Allianz erwirtschaftet Rekordgewinn

10370359.jpg

Der operative Gewinn verbesserte sich um drei Prozent auf 11,9 Milliarden Euro.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Trotz hoher Rückstellungen übertrifft die Allianz 2019 die Erwartungen und steigert ihren operativen Gewinn deutlich. Das macht sich auch in der Dividende bemerkbar. Derweil wird bekannt, dass Deutschland-Chef Röhler in den Vorstand aufrückt.

Die Allianz hat im vergangenen Jahr erneut einen Rekordgewinn erwirtschaftet und dabei Probleme in der Industrie-Sparte locker weggesteckt. Der operative Gewinn verbesserte sich um drei Prozent auf 11,9 Milliarden Euro, teilte Europas größter Versicherer in München mit. Er übertraf damit die Erwartungen der Analysten und lag am oberen Rand der eigenen Prognosen. Dabei musste die Großkunden-Sparte AGCS, die seit einiger Zeit rote Zahlen schreibt, 600 Millionen Euro zusätzlich zurücklegen. Im neuen Jahr soll es weiter nach oben gehen: Dann will der Versicherungsriese operativ auf einen Gewinn von bis zu 12,5 Milliarden Euro kommen.

2019 blieben unter dem Strich 7,9 Milliarden Euro übrig - sechs Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Dividende soll daher auf 9,60 (2018: 9,00) Euro erhöht werden, etwas mehr als von Experten erwartet und die siebte Erhöhung in Folge. Bereits am Donnerstag hatte die Allianz ein weiteres Aktienrückkaufprogramm über 1,5 Milliarden Euro angekündigt. Das Kapitalpolster ist trotz der niedrigen Zinsen dick genug: Die Solvency-II-Quote lag Ende des vergangenen Jahres bei 212 (2018: 229) Prozent. "Dies zeigt die Widerstandsfähigkeit der Gruppe im heutigen negativen Zinsumfeld", sagte Finanzvorstand Giulio Terzariol.

Allianz
Allianz 193,20

Der Umsatz - Versicherungsprämien und Fondsgebühren - wuchs um knapp acht Prozent auf 142,4 Milliarden Euro. Getrieben wurde das Ergebnis diesmal von der Lebens- und Krankenversicherungs-Sparte, in der die Allianz seit Jahren mit Erfolg auf Policen ohne lebenslange Garantien setzt, die weniger Kapital binden. Die Sparte verbesserte den operativen Gewinn um 500 Millionen auf 4,7 Milliarden Euro, obwohl die Marge im Neugeschäft mit 3,2 (3,6) Prozent unter Druck geriet. 

Gewinnrückgang in Schaden- und Unfallsparte

In Deutschland und Frankreich nahm die Allianz Gewinne mit und erwirtschaftete mehr mit den Kapitalanlagen. Die Vermögensverwalter Pimco und Allianz Global Investors sammelten 76 Milliarden Euro frisches Kapital ein und kassierten angesichts steigender Kurse mehr Gebühren von den Anlegern. Insgesamt verwalten sie damit 2,27 Billionen Euro - so viel wie nie zuvor. Davon kommen 582 Milliarden Euro von der Allianz selbst.

Die lange Zeit erfolgsverwöhnte Schaden- und Unfall-Sparte musste wegen der Probleme bei AGCS einen Gewinnrückgang um zwölf Prozent auf 5,0 Milliarden Euro hinnehmen. Terzariol sprach von einem enttäuschenden Ergebnis. Die Allianz hatte im Herbst den Chef von AGCS ausgetauscht. Die kräftige Erhöhung der versicherungstechnischen Rückstellungen führte in der Sparte zu einem Verlust von 284 Millionen Euro. Das trieb die Schaden-Kosten-Quote im gesamten Sachversicherungs-Geschäft auf 95,5 (94,0) Prozent. Bis Ende des nächsten Jahres will Terzariol die Quote wie geplant auf 93 Prozent drücken.

Röhler beerbt Theis

Bereits Anfang April rückt der Deutschland-Chef der Allianz in den Vorstand des Münchner Versicherungskonzerns auf. Klaus-Peter Röhler ersetzt dort Axel Theis, der mit 62 Jahren "auf eigenen Wunsch" in den Ruhestand geht. Der 55-jährige Röhler bleibt zugleich Chef der Allianz Deutschland AG, gibt aber den Vorstandsvorsitz der deutschen Sachversicherungs-Tochter an Frank Sommerfeld ab, der dort bisher für das Privatkunden-Geschäft zuständig war. "Klaus-Peter Röhler führt die Allianz Deutschland seit 2018 mit großem Erfolg zu profitablem Wachstum und wird diesen in seiner neuen Verantwortung nachhaltig weiterentwickeln", sagte Konzernchef Oliver Bäte.

Theis arbeitet seit 1986 für die Allianz und war 2015 in den Vorstand aufgerückt. Er ist dort für die deutschsprachigen Länder und das Geschäft in Osteuropa verantwortlich. Der heute 55-jährige Röhler war 2018 von der italienischen Allianz-Tochter nach Unterföhring gewechselt, wo die Allianz Deutschland sitzt.

Quelle: ntv.de, ftü/rts