Wirtschaft

Flüssiggas-Import erleichtert Altmaier umgarnt US-Energieindustrie

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Europäische LNG-Terminals, wie dieses im niederländischen Rotterdam, sind nur gering ausgelastet.

picture alliance / dpa

Der Streit über die geplante Ostseepipeline Nord Stream 2 belastet derzeit die Beziehungen zwischen den USA und Deutschland. Nun kündigt Wirtschaftsminister Altmaier ein neues Regelwerk an, das bei der Trump-Administration gut ankommen dürfte.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier will den Import von Flüssiggas (LNG) aus dem Ausland erleichtern. Dazu soll das Energiewirtschaftsrecht geändert werden, wie aus einem Eckpunktepapier hervorgeht, das Altmaier präsentierte. Das dafür nötige Rechtsetzungsverfahren solle "noch vor der Sommerpause abgeschlossen werden, um allen Marktakteuren schnell Planungs- und Investitionssicherheit zu geben", heißt es darin.

Demnach sollen unter anderem die Fernleitungsnetzbetreiber dazu verpflichtet werden, die erforderlichen Leitungen zwischen den LNG-Terminals und dem Fernleitungsnetz zu errichten sowie die LNG-Terminals an das Fernleitungsnetz anzuschließen. So wird sichergestellt, dass das LNG in das deutsche Gasnetz eingespeist werden kann.

"Mit LNG können wir Gas von noch mehr Anbietern beziehen und so unsere Versorgungssicherheit weiter erhöhen - am Ende muss es aber natürlich zu wettbewerbsfähigen Preisen geschehen", erklärte Altmaier zum Auftakt auf einer deutsch-amerikanischen Investorenkonferenz in Berlin. Altmaier empfing am Vormittag unter anderem den Vize-Energieminister der USA, Dan Brouillette. An der Veranstaltung nahmen auch Unternehmen beider Länder aus den Bereichen Gasförderung und -handel sowie der Flüssiggas-Infrastruktur teil.

US-Gas bisher nicht konkurrenzfähig

Die Konferenz in Berlin findet statt, während Deutschland und die USA über die deutsch-russische Pipeline Nord Stream 2 streiten. Die USA kritisieren das Projekt scharf. Auch der jüngste Kompromiss unter den EU-Staaten, der den Bau der Pipeline sichert, fand in Washington kein positives Echo. Gleichzeitig sucht das Land einen Absatzmarkt für sein wachsendes Schiefergasvorkommen. Wegen der Transportkosten über den Atlantik ist das US-Gas bisher nicht konkurrenzfähig.

In Deutschland können Schiffe noch kein LNG anlanden. Drei Standorte bemühen sich derzeit, den Zuschlag für ein Terminal zu bekommen. In anderen europäischen Ländern gibt es bereits entsprechende Infrastruktur, die aber nur gering ausgelastet ist.

Quelle: n-tv.de, fzö/AFP/DJ

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