Wirtschaft

Verdi fordert Tarifverhandlungen Amazon-Arbeiter streiken am "Black Friday"

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Logistik oder Handel? Seit 2013 verweigert Amazon der Gewerkschaft Verdi Verhandlungen über einen Tarifvertrag.

(Foto: picture alliance / Maurizio Gamb)

Der seit Jahren schwelende Lohnkonflikt flammt zu Beginn des Weihnachtsgeschäfts wieder auf: An mehreren Amazon-Standorten in Deutschland treten Mitarbeiter in den Streik. Verdi hat sich einen besonderen Tag ausgesucht, denn der Ausstand fällt auf den "Black Friday".

Zum Schnäppchentag "Black Friday" sind Beschäftigte an sechs deutschen Amazon-Standorten in einen Streik getreten. Verdi-Vertreter Thomas Voß sagte, die Arbeitsniederlegungen liefen an allen beteiligten Standorten "sehr gut". Die Gewerkschaft, die von Amazon Tarifverhandlungen fordert, rechnete mit über 2000 Streikteilnehmern. Der Online-Händler Amazon erklärte zu den Arbeitsniederlegungen inmitten der Rabattwoche, diese hätten "keinen Einfluss auf die Einhaltung unseres Kundenversprechens".

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Gestreikt wurde an den Logistik-Standorten Leipzig, Koblenz, Bad Hersfeld, Rheinberg, Werne und Graben. Wie Voß ausführte, beteiligten sich auch Beschäftigte am Standort Piacenza nahe der norditalienischen Stadt Mailand an dem Ausstand. Verdi hatte zu den Protestaktionen aufgerufen. Schon in den vergangenen Tagen gab es immer wieder Streiks. Die Gewerkschaft fordert eine Bezahlung der Amazon-Beschäftigten nach den Tarifverträgen des Einzel- und Versandhandels. Amazon geht dagegen davon aus, dass es sich bei den Beschäftigten in den Versandzentren um Logistikmitarbeiter handelt.

Für den Standort Leipzig, erklärte Verdi, seien die Mitarbeiter bereits mit Beginn der Nachtschicht am Donnerstagabend aufgefordert worden, ihre Arbeit ruhen zu lassen. Beschäftigte des Online-Händlers seien "nicht zum Schnäppchenpreis zu haben", erklärte die Gewerkschaft mit Blick auf den Rabatt-Tag.

"Jeder Tag ist ein schwarzer Tag"

An den Schnäppchentagen "Black Friday" und "Cyber Monday" locken die Händler mit Sonderangeboten. Die Tage fallen auf diesen Freitag und den kommenden Montag. Auch viele stationäre Händler beteiligen sich daran. Amazon machte eine ganze Woche aus der Aktion und begann damit bereits am Montag.

Der Online-Händler erklärte zu den neuerlichen Streiks, diese hätten "keinen Einfluss" auf die Abläufe. Die "überwältigende Mehrheit" der Mitarbeiter arbeite auch in der Schnäppchenwoche normal. Am Donnerstag haben demnach nur rund 570 der über 12.000 Mitarbeiter im deutschen Logistiknetzwerk die Arbeit niedergelegt.

"Amazon beweist jeden Tag, dass man auch ohne Tarifvertrag ein fairer und verantwortungsvoller Arbeitgeber sein kann", erklärte der Konzern. Das Unternehmen zahle in den Logistikzentren "am oberen Ende dessen, was für vergleichbare Tätigkeiten üblich ist".

In Anspielung auf den "Black Friday" erklärte indes der Linken-Politiker Pascal Meiser, solange die Beschäftigten keinen Tarifvertrag hätten, sei für sie "jeder Tag ein schwarzer Tag". Amazon sei der Ansicht, "allein über Arbeitsbedingungen und Bezahlung entscheiden zu können", dabei seien Tarifverträge und Verhandlungen mit Gewerkschaften hierzulande üblich. Das müsse auch für Amazon gelten.

Quelle: n-tv.de, hny/AFP

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