Wirtschaft

Landeswährung im freien Fall Anleger fürchten Venezuelas Pleite

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Der Bolivar verliert kräftig an Wert.

(Foto: picture alliance / dpa)

Das Ölförderland Venezuela rutscht immer tiefer in die Krise. Die Inflation liegt derzeit bei 800 Prozent. Nun gerät auch die Landeswährung Bolivar kräftig unter Druck. An den Märkten macht sich zunehmend Nervosität breit.

Die Staatskrise in Venezuela macht Anleger zunehmend nervös. Auf dem Schwarzmarkt geriet der Kurs der Landeswährung Bolivar erneut kräftig unter Druck. Ein US-Dollar notierte bei etwa 4100 Bolivar. Das ist fast sieben Mal so viel wie noch vor wenigen Monaten. Offiziell müssen für die US-Währung nur knapp zehn Bolivar gezahlt werden.

Dem Datenanbieter Markit zufolge kostete am Markt für sogenannte Credit Default Swaps (CDS) die Absicherung eines zehn Millionen Dollar schweren Pakets venezolanischer Anleihen gegen Zahlungsausfall mehr als vier Millionen Dollar. Das ist etwa dreieinhalb Mal so viel, wie für CDS auf Verbindlichkeiten des ebenfalls hoch verschuldeten Griechenland fällig werden.

Der Verfall des Ölpreises in den vergangenen Jahren hat dem Förderland Venezuela schwer zugesetzt. Es herrscht Lebensmittelknappheit, die Inflation liegt bei 800 Prozent.

Zwischen Anhängern und Gegnern der Regierung des sozialistischen Staatspräsidenten Nicolas Maduro toben derzeit heftige Auseinandersetzungen. Ein Grund hierfür ist die - inzwischen zurückgenommene - Entscheidung des Obersten Gerichts, dem von der Opposition dominierten Parlament Machtbefugnisse zu entziehen.

Ölkonzern PDVSA in Schieflage

Das südamerikanische Land hat nach Reuters-Daten derzeit Anleihen im Gesamtvolumen von knapp 110 Milliarden Dollar im Umlauf. Dies entspricht in etwa einem Drittel der jährlichen Wirtschaftsleistung. Bis 2019 werden pro Jahr Papiere im Volumen von etwa sechs Milliarden Dollar fällig. 2020 steigt die Summe auf mehr als zehn Milliarden Dollar.

In Schieflage ist auch der staatliche Ölkonzern PDVSA, der Haupt-Devisenbringer Venezuelas. Er steht mit mehr als 34 Milliarden Dollar in der Kreide. 2017 muss er gut drei Milliarden und im kommenden Jahr knapp fünf Milliarden Dollar davon zurückzahlen.

Quelle: n-tv.de, wne/rts

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