Wirtschaft

Keine bösen Überraschungen Anleger reagieren gefasst auf Fed-Protokoll

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Die Fed läutet die Zinswende ein. Weitergehende Schritte als die bislang ohnehin erwarteten gibt das Protokoll aber nicht her.

(Foto: REUTERS)

Die erste Zinsanhebung in der Corona-Pandemie steht kurz bevor, aber weitergehende Schritte geben die Zinsprotokolle der US-Notenbank Fed nicht her. Anleger reagieren erleichtert, zwischenzeitliche Verluste der US-Indizes werden im Lauf des Tages fast wieder aufgeholt.

Nach Veröffentlichung der Zinsprotokolle der amerikanischen Notenbank Fed haben die US-Börsen uneinheitlich geschlossen. Der US-Standardwerteindex Dow Jones, der zwischenzeitlich noch mit knapp einem Prozent im Minus gelegen hatte, ging 0,2 Prozent tiefer auf 34.934 Punkten aus dem Handel. Der technologielastige Nasdaq gab 0,1 Prozent auf 14.124 Punkte nach. Der breit gefasste S&P 500 legte dagegen 0,1 Prozent auf 4475 Punkte zu.

Die US-Notenbank Fed setzt nach einer Zinswende auf ein Abebben der hohen Inflation im Laufe des Jahres. Zum Nachlassen des Preisdrucks sollen die Linderung der Lieferengpässe und auch die weniger konjunkturstimulierende Geldpolitik beitragen, wie aus den Protokollen der geldpolitischen Sitzung vom 26. Januar hervorgeht. Die Währungshüter sind sich einig, dass es bald angebracht sein wird, die Zinsen zu erhöhen. Doch dabei wollen sie von Sitzung zu Sitzung über den angemessenen Kurs entscheiden und somit quasi auf Sicht fahren.

An den Märkten, die sich auf einen ungewöhnlich großen Zinsschritt im März eingestellt hatten, machte sich angesichts des ausgewogenen Tons des Protokolls etwas Erleichterung breit. Aus Furcht vor einer drastischen US-Zinserhöhung hatten sich einige Anleger im frühen Handel aus der Wall Street zurückgezogen. Höhere Zinsen entwerten Experten zufolge zukünftige Gewinne dieser wachstumsstarken Firmen. Genährt worden waren diese Spekulationen vom überraschend starken Anstieg der US-Einzelhandelsumsätze, die als Hauptstütze der weltgrößten Volkswirtschaft gelten. Das Plus fiel im Januar mit 3,8 Prozent fast doppelt so hoch aus wie erwartet.

Bei den Unternehmen rückte ViacomCBS ins Rampenlicht. Der Quartalsgewinn des TV-Konzerns, zu dem unter anderem die Sender Comedy Central und MTV gehören, lag mit 0,26 Dollar je Aktie nur etwa halb so hoch wie erwartet. Die notwendigen Investitionen in das Streaming-Geschäft werde die Ertragskraft stärker schmälern als bislang gedacht, kommentierte Analyst Neil Macker vom Research-Haus Morningstar. Die Aktien von ViacomCBS stürzten um knapp 18 Prozent ab.

Die Papiere von La-Z-Boy büßten mehr als 17 Prozent ein, nachdem der Anbieter von Polstermöbeln einen überraschend niedrigen Quartalsgewinn von 0,65 Dollar je Aktie bekannt gegeben hatte. Der Grund hierfür seien unter anderem Engpässe bei Zulieferteilen und Pandemie-bedingt hohe Krankenstände in der Belegschaft.

Quelle: ntv.de, ino/rts

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