Wirtschaft

Verbandschef ernüchtertApothekenhonorar steigt - aber in zwei Etappen

03.06.2026, 18:56 Uhr
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Das letzte Mal wurden die Apothekenhonorare 2013 angehoben. (Foto: picture alliance / ABBfoto)

Das Honorar von Apotheken für rezeptpflichtige Medikamente steigt erstmals seit 13 Jahren. Die positive Kunde kommt aber mit dem Wermutstropfen, dass dies nur in zwei Etappen passiert. Verbandspräsident Preis ist nur mäßig begeistert.

Für die Apotheken kommt eine lange ausgebliebene Erhöhung des Honorars für rezeptpflichtige Medikamente. Ein Fix-Bestandteil der Vergütung von 8,35 Euro pro Packung soll zum 1. Juli zunächst auf 9,00 Euro steigen, wie eine vom Bundeskabinett zur Kenntnis genommene Verordnung des Wirtschaftsministeriums vorsieht. Zum 1. Januar 2027 soll dann eine Anhebung auf 9,50 Euro folgen. Union und SPD hatten die im Koalitionsvertrag vereinbarte Erhöhung wegen der Finanznöte der gesetzlichen Krankenkassen zunächst zurückgestellt. Gesundheitsministerin Nina Warken kündigte dann aber eine Umsetzung in diesem Frühjahr an.

Die Apothekerinnen und Apotheker begrüßten die Pläne der Bundesregierung als "längst überfällig". "Seit 13 Jahren wurde das Apothekenhonorar nicht angepasst - jede fünfte Apotheke musste seitdem schließen", betonte der Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA), Thomas Preis. "Die Verordnung ist ein richtiges Signal an die Apotheken, das viel früher hätte kommen müssen."

Mit der nur schrittweisen Erhöhung auf 9,50 Euro trete aber eine gefährliche Verzögerung bei der Stabilisierung der Apotheken ein, sagte Präsident Thomas Preis. Zudem solle sie durch geplante Sparmaßnahmen teilweise wieder aufgehoben werden, kritisierte er mit Blick auf Gesetzespläne für stabile Krankenkassenbeiträge. Es sei nicht verständlich, warum die Koalition die Apotheken nur halbherzig stärke.

Für die Anhebung des Fix-Honorars bis auf 9,50 Euro werden Mehrkosten für die gesetzlichen Krankenkassen von jährlich 875 Millionen Euro veranschlagt. Die Zahl der Apotheken in Deutschland sinkt seit Jahren und ging bis Ende März auf 16.541 zurück - den niedrigsten Stand seit 1977.

Quelle: ntv.de, als/AFP/dpa

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