Wirtschaft

Smartphone-Modems gesichert Apple schnappt bei Intel zu

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Die Intel-Zahlen fürs zweite Quartal fielen besser aus als erwartet.

(Foto: imago images / Lackovic)

Apple verfolgt schon länger die Strategie, lebenswichtige Technologien selbst in der Hand zu haben. Rechtzeitig vor Beginn der 5G-Ära übernimmt der Konzern Intels Geschäft mit Smartphone-Modems.

Apple verleibt sich für eine Milliarde Dollar das Geschäft mit Smartphone-Modemchips von Intel ein. Damit will der iPhone-Hersteller unabhängiger werden von großen Chipherstellern wie Qualcomm, mit dem sich der Konzern einen jahrelangen Patentstreit geliefert hat. Mit der Übernahme sichert sich Apple Zugang zu mehr als 17.000 Mobilfunkpatenten und übernimmt rund 2000 Intel-Mitarbeiter.

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Intel wollte schon länger aus dem Geschäft mit Modemchips aussteigen. Mit solchen Bauteilen können sich Smartphones mit dem kabellosen Internet verbinden. Die Apple-Konkurrenten Samsung und Huawei sind schon länger in der Lage, solche Chips im eigenen Haus zu entwickeln.

Die Übernahme der Intel-Sparte solle im vierten Quartal abgeschlossen werden, teilte Apple mit. Die Aktien von Intel zogen im nachbörslichen Handel um gut ein Prozent an. Titel von Apple notierten kaum verändert. Der Deal war erwartet worden, nachdem das "Wall Street Journal" Anfang der Woche über eine bevorstehende Einigung der beiden US-Konzerne berichtet hatte.

Apple-Chef Tim Cook spricht schon seit Jahren davon, das Unternehmen müsse die Basistechnologie für seine Smartphones selbst entwickeln und beherrschen. 2010 hatte Apple mit der Herstellung von eigenen Chips begonnen. Im vergangenen Jahr übernahm der Konzern, der mit seinen iPhones den weltweiten Mobilfunkmarkt revolutioniert hat, für 600 Millionen Dollar Teile des europäischen Chipentwicklers Dialog Semiconductor.

Mit den Zahlen fürs zweite Quartal hat Intel die Erwartungen der Analysten übertroffen – und das trotz der jüngsten Gewinnwarnung. Als Grund wird ein überraschender Anstieg bei PC-Verkäufen angeführt, auch das Geschäft mit Rechenzentren lief besser als erwartet. Der Jahresausblick wurde leicht angehoben. Der Kurs der Aktie sprang nachbörslich um 5,8 Prozent auf 55,19 US-Dollar.

Quelle: n-tv.de, ino/DJ/rts