Wirtschaft

Aktienkurs sackt ab Apple senkt Umsatzerwartung deutlich

Der wertvollste Konzern der Welt lebt nicht zuletzt vom Weihnachtsgeschäft. Doch ausgerechnet das letzte Quartal des Jahres gerät zur herben Enttäuschung für Apple-Anleger: Der iPhone-Hersteller muss seine Prognose senken, denn in China bricht der Absatz ein.

Das vergangene Weihnachtsgeschäft ist für Apple deutlich schlechter gelaufen als erwartet. Der US-Konzern senkte die Umsatzprognose für die vergangenen drei Monate auf 84 Milliarden Dollar, während zuvor 89 bis 93 Milliarden erwartet worden waren. Die Korrektur gehe vor allem auf die schlechteren iPhone-Verkäufe in China zurück, betonte Konzernchef Tim Cook. Apple habe die wirtschaftliche Abschwächung in dem Markt unterschätzt.

Apple
Apple 202,59

Aber auch in einigen entwickelten Märkten seien nicht so viele Nutzer auf neue iPhones umgestiegen wie gedacht, räumte Apple ein - ohne die Länder zu nennen. Das Weihnachtsquartal ist traditionell das wichtigste für Apple. Der Konzern stellte in diesen drei Monaten mehrfach Rekorde bei Umsatz und Gewinn auf. Im Jahr 2017 gab es einen Quartalsumsatz von 88,3 Milliarden Dollar und 20 Milliarden Dollar Gewinn. In China machte Apple damals rund ein Fünftel seines Geschäfts.

Das iPhone ist das wichtigste Apple-Produkt und brachte zuletzt rund 60 Prozent der gesamten Erlöse ein. Im vergangenen Weihnachtsgeschäft mehrten sich bereits Alarmsignale. Medien und Analysten berichteten von Produktionskürzungen beim iPhone.

Weniger Subentionen, mehr getauschte Batterien

Zugleich hatte Apple noch einmal teurere neue Modelle seines Smartphones herausgebracht. Das günstigste diesjährige Telefon war das iPhone XR, das in Europa ab 849 Euro zu haben ist. Der Konzern hatte bereits angekündigt, vom Weihnachtsquartal an keine Stückzahlen verkaufter Geräte mehr zu veröffentlichen - was von einigen Marktbeobachtern als Zeichen für eine Abschwächung beim iPhone-Absatz gewertet wurde. Allerdings war es Apple in der Vergangenheit immer wieder gelungen, Skeptiker zu widerlegen.

iPhone X.jpg

iPhone X

(Foto: picture alliance / Marcio Jose S)

Apple-Chef Cook verwies jetzt auch darauf, dass Mobilfunk-Anbieter die Subventionen für neue Smartphones heruntergefahren hätten - und sich Verbraucher daran anpassten und seltener die Geräte auswechselten als zuvor. Zudem hätten einige Kunden die Lebenszeit ihrer iPhones mit den günstigeren Angeboten zum Batterieaustausch verlängert. Apple hatte den Preis für den Akku-Wechsel zeitweise stark gesenkt, nachdem bekanntwurde, dass der Konzern die Leistung älterer Geräte mit erschöpften Batterien zum Teil drosselte.

Kurs sackt nachbörslich ab

Die Apple-Aktie verlor im nachbörslichen Handel nach der Senkung der Prognose zeitweise rund sieben Prozent. Ausführliche Zahlen zu dem Weihnachtsquartal will Apple am 29. Januar veröffentlichen.

Apple ist der derzeit wertvollste Konzern der Welt. In China bekommt das Unternehmen neben der wachsenden einheimischen Konkurrenz wie etwa Huawei, die den US-Konzern bei den weltweiten Smartphone-Verkäufen bereits überflügelt haben, nun wohl auch die Kaufzurückhaltung der Konsumenten wegen des anhaltenden Handelsstreits zwischen den USA und China zu spüren.

Quelle: n-tv.de, bad/dpa/rts/DJ

Mehr zum Thema