Wirtschaft

Jobmarkt zeigt sich noch robust Arbeitslosigkeit sinkt trotz Konjunkturflaute

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Die Arbeitslosenquote fiel im September um 0,2 Prozentpunkte auf 4,9 Prozent.

(Foto: dpa)

Im September sind in Deutschland 85.000 Arbeitslose weniger als im August gemeldet. Die Quote sinkt dadurch unter fünf Prozent. Ökonomen dürften von den Zahlen positiv überrascht sein. Doch externe Faktoren wie Brexit und Trump sorgen für Unsicherheit.

Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist im September trotz der Konjunkturschwäche gesunken. Es seien 2,234 Millionen Menschen als arbeitslos registriert, teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg mit. Das ist der niedrigste September-Stand seit der Wiedervereinigung. Insgesamt sank die Zahl um 85.000 im Vergleich zum August. Die Arbeitslosenquote fiel um 0,2 Prozentpunkte auf 4,9 Prozent.

Vor einem Jahr war die Herbstbelebung auf dem Arbeitsmarkt mit einem Rückgang im September in Höhe von 94.000 allerdings noch wesentlich deutlicher ausgefallen.
Die Bundesagentur sieht durchaus Anzeichen für die konjunkturelle Schwäche am Arbeitsmarkt.

"Das Beschäftigungswachstum hält an, verliert aber an Schwung, und die Nachfrage der Unternehmen nach neuen Mitarbeitern ging auf hohem Niveau wiederholt zurück", erklärte BA-Chef Detlef Scheele. Alles in allem zeige sich der Jobmarkt weiter robust.

Auch unter Herausrechnung der jahreszeitlichen Schwankungen fiel die Arbeitslosigkeit. Saisonbereinigt errechnete die BA im Monatsvergleich eine Abnahme um 10.000 Erwerbslose. Von Reuters befragte Ökonomen hingegen hatten hier ein Plus von 5000 erwartet.

Technische Rezession erwartet

Im August dieses Jahres war die Arbeitslosigkeit - wie zu dieser Jahreszeit üblich - leicht gestiegen. Vor einem Monat waren noch 2,319 Millionen Männer und Frauen ohne Job, 44.000 Arbeitslose mehr als im Juli. Die Arbeitslosenquote lag im August bei 5,1 Prozent.
Führende deutsche Volkswirte sehen wegen der enormen Risiken - etwa ein ungeregelter Brexit oder die US-Handelspolitik - und wegen der Exportlastigkeit der deutschen Industrie wenig Grund für Optimismus.

So geht die Allianz davon aus, dass die konjunkturelle Eintrübung keine schnell vorübergehende Erscheinung ist und länger als nur bis zur Jahreswende anhalten wird. Einige Volkswirte erwarten für das dritte Quartal eine technische Rezession in Deutschland - das ist dann gegeben, wenn die Wirtschaftsleistung in zwei Quartalen in Folge sinkt.

Auch Scheele führte in einem Interview mit dem "Handelsblatt" die konjunkturelle Schwäche vor allem auf Einwirkungen von außen zurück. "Nach unserer Einschätzung, die wir mit unserem Forschungsinstitut IAB teilen, haben wir es noch nicht mit den Vorboten eines schnelleren Strukturwandels und inländischen Konjunkturproblemen zu tun, sondern vor allem mit Problemen, die durch die Trump-Administration und die Verunsicherung im Exportgeschäft ausgelöst werden", sagte er der Zeitung.

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Quelle: n-tv.de, fzö/dpa/rts

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