Wirtschaft

Gebremste Frühjahrsbelebung Arbeitsmarkt trotzt Folgen des Ukraine-Krieges

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Mit dem Ende des Winters stellt zumeist das Baugewerbe verstärkt ein.

(Foto: picture alliance / Rupert Oberhäuser)

Das Frühjahr sorgt für weitere Entspannung auf dem Arbeitsmarkt. Allerdings wäre die jahreszeitlich typische Belebung ohne den russischen Krieg gegen die Ukraine stärker ausgefallen. Dennoch stehen inzwischen wieder so viele Menschen in Lohn und Brot wie vor der Corona-Krise.

Trotz der wirtschaftlichen Folgen des Ukraine-Krieges ist der deutsche Arbeitsmarkt weiter im Aufwind. "Mit der Frühjahrsbelebung und den Lockerungen der Corona-Maßnahmen setzt sich die Erholung am Arbeitsmarkt fort", erklärte der Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Detlef Scheele. Allerdings werde die Entwicklung durch den Krieg Russlands gegen die Ukraine gebremst.

Demnach ging die Arbeitslosenzahl im April auf Monatssicht um 53.000 auf 2,309 Millionen zurück. Das waren 462.000 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Punkte auf 5,0 Prozent. Unter Herausrechnung jahreszeitlicher Schwankungen verringerte sich die Erwerbslosenzahl um 13.000. Experten hatten mit einem Rückgang um 15.000 gerechnet.

Die Zahl der Erwerbstätigen hat unterdessen im März trotz der konjunkturellen Unsicherheit wegen des Ukraine-Krieges erstmals wieder das vor der Corona-Pandemie erreichte Niveau übertroffen. Rund 45,2 Millionen Personen mit Wohnort in Deutschland hatten einen Job, wie das Statistische Bundesamt ermittelte. Damit waren saisonbereinigt 0,1 Prozent oder 41.000 Personen mehr erwerbstätig als im Februar 2020, dem Monat vor Beginn der Corona-Krise in Deutschland.

291.000 Lehrstellen unbesetzt

Die Nachfrage der Firmen in Deutschland nach Arbeitskräften zuletzt auf einen Rekordwert gestiegen: Der Stellenindex der BA kletterte im April auf 138 Punkte und damit auf den höchsten Stand seit Beginn der Datenreihe 2005. Das Ende der meisten Corona-Beschränkungen und die Frühjahrsbelebung hätten zu einer anziehenden Nachfrage in fast allen Branchen geführt, hieß es.

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Wie die BA weiter mitteilte, zeigten Betriebe zwischen 1. und 27. April konjunkturelle Kurzarbeit für 120.000 (113.000) Menschen an. Aktuelle Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme stehen bis Februar zur Verfügung. So wurde nach vorläufigen hochgerechneten Daten in diesem Monat für 723.000 (654.000) Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt. Während der Corona-Pandemie war im April 2020 mit knapp sechs Millionen ein Höhepunkt erreicht worden.

Auf dem Ausbildungsmarkt herrscht derweil nach wie vor Unzufriedenheit. Von Oktober 2021 bis April 2022 hatten sich bei den Arbeitsagenturen und Jobcentern 339.000 Bewerberinnen und Bewerber für eine Lehrstelle gemeldet - 6000 weniger als im Vorjahreszeitraum. Von ihnen hatten im April noch 182.000 junge Menschen weder einen Ausbildungsplatz noch eine Alternative gefunden, berichtete die Bundesagentur. Gemeldet waren 466.000 Ausbildungsstellen, 33.000 mehr als vor einem Jahr. 291.000 blieben bisher unbesetzt.

Quelle: ntv.de, jwu/rts/DJ/dpa

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