Wirtschaft

Früher als zunächst geplant Athen macht bei Kredit-Rückzahlung Ernst

Anziehungspunkt Akropolis: Etwas mehr Urlauber aus Deutschland als im Vorjahr haben für 2016 einen Urlaub in Griechenland gebucht. Foto: Andrea Warnecke

Experten sehen die frühe Rückzahlung von Krediten als Erfolg.

(Foto: dpa-tmn)

Es geht um Milliarden-Kredite des Internationalen Währungsfonds: Athen will das geliehene Geld früher als geplant zurückzahlen und beantragt die dafür notwendige Genehmigung. Doch von manchen wird diese Entwicklung auch skeptisch beäugt.

Griechenland treibt eine frühzeitige Rückzahlung von Milliarden-Krediten des Internationalen Währungsfonds (IWF) voran. Die Athener Regierung habe deshalb die dafür notwendige Genehmigung des Euro-Rettungsschirms ESM beantragt, teilte das griechische Finanzministerium mit. Es gehe um rund 3,7 Milliarden Euro, die dieses und nächstes Jahr fällig würden.

Der ESM hat bereits signalisiert, dass er eine frühzeitige Ablösung der Kredite für sinnvoll hält. Deutschland und die Niederlande sind laut Insidern dagegen skeptisch, weil sie den Rückzug des IWF aus der Kontrolle von Wirtschaftsreformen befürchteten. Diese hatten die Euro-Partner zur Bedingung ihrer Hilfsprogramme gemacht, mit denen Griechenland vor der Staatspleite bewahrt wurde.

Inzwischen kann sich das Land auch wieder Geld an den Kapitalmärkten besorgen. Dort liegen die Renditen für zehnjährige Staatsanleihen mit 3,31 Prozent derzeit deutlich unter den fünf Prozent, die Griechenland jährlich für die beiden im Rahmen der Hilfsprogramme vergebenen IWF-Kredite zahlen muss. Deshalb ist die Athener Regierung an einer frühzeitigen Ablösung interessiert.

Bis 2024 muss Griechenland an den IWF noch 9,5 Milliarden Euro zurückzahlen. Der IWF hatte sich am griechischen Rettungsprogramm seit 2010 mit knapp 32 Milliarden Euro beteiligt. Der größte Teil ist bereits von den Griechen zurückgezahlt worden.

Quelle: n-tv.de, kst/rts

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