Wirtschaft

Neue Klagen, neue Forderungen Auf Volkswagen kommen weitere Kosten zu

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(Foto: REUTERS)

Die Nachrichten über neue Kosten und Klagen gegen Volkswagen reißen nicht ab. Mehrere Umweltgruppen zeigen den Autobauer an. Außerdem geht es um die Rückforderung von Subventionen. Doch auch Umwelt-Auszeichnungen müssen VW und Audi abgeben.

Die Gesamtkosten für Volkswagen im Zuge des Skandals um manipulierte Abgaswerte sind noch nicht abzusehen. Neben Schadensersatzansprüchen und Sammelklagen drohen dem Konzern nun weitere Kosten: Die Regierungen in Frankreich und Spanien erwägen, Subventionen zurückzufordern.

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Zudem reichte auch in Italien ein Umweltverband Klage gegen den Konzern ein - juristische Auseinandersetzungen drohen bislang auch in den USA, Deutschland und Südkorea. Die französische Umweltgruppe "Ecologie Sans Frontière" kündigte ebenfalls eine Anzeige wegen schweren Betrugs und der Gefährdung des Lebens anderer an.

In Frankreich sagte Umweltministerin Ségolène Royal dem französischen Fernsehsender BFMTV, wenn der Verkauf angeblich sauberer Fahrzeuge mit Fördergeldern zusammenhänge, "dann müssen diese öffentlichen Hilfen zurückgezahlt werden". In Frankreich sind rund eine Million Fahrzeuge betroffen. Auch Spanien sucht nach rechtlichen Wegen, wie eine Erstattung von Subventionen für schadstoffarme Autos geltend gemacht werden kann, wie Industrieminister José Manuel Soria sagte.

Nordrhein-Westfalens Umweltminister Johannes Remmel forderte gar eine Abschaffung des Steuerbonus' für Dieselfahrzeuge. Die Vergünstigung bei der Mineralölsteuer koste den Staat jährlich mehrere Milliarden Euro, sagte der Grünen-Politiker dem Kölner "Express". Damit würden "staatlich finanzierte Umweltzerstörung und Gesundheitsbelastungen" durch hohe Stickoxid-Ausstöße betrieben. "Wenn wir diese gesundheitlich bedenklichen Werte reduzieren wollen, müssen wir auch an dieses Steuerprivileg ran", sagte Remmel.

Autobauer geben Preise zurück

Nach VW stellte auch die Konzerntochter Audi Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Ingolstadt. In den USA gingen weitere Klagen ein. Das Harris County in Texas fordert wegen Luftverpestung durch mindestens 6000 in der Region verkaufte VW-Diesel mehr als 100 Millionen Dollar (89 Millionen Euro), wie das Büro des Staatsanwalts Vince Ryan in Houston mitteilte.

Volkswagen und Konzerntochter Audi müssen derweil wegen der Abgas-Affäre Preise für besonders umweltfreundliche Diesel-Modelle in den USA zurückgeben. Erstmals in der jahrzehntelangen Geschichte der Preisverleihungen des "Green Car Journal" seien Auszeichnungen aberkannt worden, teilte das Fachblatt mit. Die Autos hätten sich im Nachhinein als unzulässig erwiesen.

Nachdem VW und Audi zugegeben hatten, mit einem Software-Trick den Abgas-Ausstoß von Dieselfahrzeugen manipuliert zu haben, sei die Entscheidung angemessen, sagte Herausgeber Ron Cogan. Damit sind die "Green Car of the Year Awards" für den VW Jetta TDI und den Audi A3 TDI von 2009 und 2010 gestrichen. Die Unternehmen stimmten der Rückgabe der Preise zu.

Neuer Chefsprecher von Porsche

Mitten in der Krise um manipulierte Abgaswerte verlässt zudem der oberste Konzernkommunikator Stephan Grühsem Volkswagen. Sein Nachfolger wird der bisherige Porsche-Sprecher Hans-Gerd Bode. Das teilte das Unternehmen mit.

Die Entscheidung hatte sich bereits abgezeichnet. Der neue VW-Chef Matthias Müller, der infolge des Skandals Ende vergangener Woche als neuer Konzernchef benannt worden war, wünsche sich einen eigenen Vertrauten als obersten Kommunikator, hieß es aus dem Konzernumfeld. Grühsem gilt als enger Vertrauter des zurückgetretenen Vorstandschefs Martin Winterkorn. Hans-Gerd Bode war dagegen seit 2010 oberster Konzernkommunikator der Porsche AG und hat somit jahrelang an der Seite von Matthias Müller gearbeitet. Neuer Porsche-Chef wird unterdessen Oliver Blume.

Quelle: n-tv.de, mli/rts/DJ/AFP

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