Wirtschaft

Eröffnungstermin erwartet Auf ein Neues, BER

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Das Terminal des BER wartet seit acht Jahren auf Passagiere.

(Foto: dpa)

Acht Jahre sind seit der geplanten Eröffnung des Berliner Flughafens BER vergangen. Heute soll der neue Eröffnungstermin bekannt gegeben werden. Und wieder wird es keine Garantie geben.

Der Monat ist bekannt - doch an welchem Tag soll der neue Hauptstadt-Flughafen BER mit neun Jahren Verspätung 2020 eröffnen? Den Termin wollen die Betreiber nun verkünden, zunächst im Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft. Innerhalb des Gremiums wird nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur mit einem Eröffnungstermin im letzten Oktober-Drittel 2020 gerechnet. 

Eine Garantie für eine Eröffnung kann Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup aber nicht abgeben. Noch immer müssen zahlreiche Mängel an den Kabelverbindungen abgearbeitet werden, auch wenn dies zu einem erheblichen Teil bereits geschehen sei, wie Lütke Daldrup betont. Nachgeprüft werden müssen aber auch Brandschutzsysteme wie etwa sogenannte Rauchschürzen sowie die technischen Systeme des Bahnhofs im Zusammenspiel mit den Anlagen des darüber liegenden Flughafens.

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Flughafenche Lütke Daldrup sagt heute, wann der BER seine Tore öffnet. Öffnen soll.

(Foto: dpa)

Das heißt aber nicht, dass sich der BER in einem vollständigen Dornröschenschlaf befindet. Zwei Mal pro Stunde fährt ein Linienbus vom Schönefelder Bahnhof zum Willy-Brandt-Platz. So heißt die Haltestelle vor dem berüchtigten Terminal des BER, der vor acht Jahren oder 2736 Tagen eröffnet werden sollte, wie der Berliner "Tagesspiegel" nachgezählt hat. Es sind nicht nur Handwerker, die dort aussteigen. Denn rund um die Dauerbaustelle ist schon vieles fertig - und manches in Betrieb.

Der Tower

In dem 72-Meter-Turm arbeiten die Fluglotsen schon seit März 2012. Aus dem Tower zwischen den beiden Start- und Landebahnen kann man gut sehen, wie der BER immer wieder mal mehr, mal weniger zur Baustelle wird. Doch die Lotsen haben auf andere Dinge zu achten: Sie kontrollieren mehr als 100.000 Starts und Landungen pro Jahr - am bestehenden Airport Schönefeld. Denn dieser - der frühere DDR-Zentralflughafen - liegt in Sichtweite.

Die Zahnarztpraxis

"Trotz Mangel an Start und Landungen von Flugzeugen am Hauptstadtflughafen wächst unsere Zahnarztpraxis kontinuierlich", bekräftigte die Praxis Schönberg dieser Tage. In den Räumen hängen Uhren, die die aktuelle Zeit von New York und Dubai zeigen - doch noch kommen von dort keine Flieger. Wenn es aber so weit ist, sollen Zehntausende Menschen rund um den BER arbeiten. Diese Patienten will sich die Praxis Schönberg nicht entgehen lassen - und hält durch.

Der Bahnhof

Geputzt und menschenleer: Im Dunkel unter dem Terminal des neuen Hauptstadtflughafens liegt seit Jahren ein Geisterbahnhof. Eines Tages sollen dort ICE einfahren; bis zu 90 Millionen Fahrgäste pro Jahr können dort ein- und aussteigen, wenn der BER einmal in Betrieb ist. Ein wenig Zugverkehr gibt es aber schon heute: Ein paar Mal pro Tag fahren leere S-Bahn-Züge durch den Bahnhof - Belüftungsfahrten, damit die Tunnel keinen Schimmel ansetzen.

Das Hotel

Es sind nur ein paar hundert Meter von der Gepäckausgabe - durch die Haupthalle, über die Vorfahrt, eine Treppe hinab und schon stehen Fluggäste vor dem Steigenberger Airport Hotel. 322 Zimmer, Tagungsräume, Wellnessbereich. Seit Jahren wird dort vor allem durchgefeudelt. "Für den ursprünglich geplanten Eröffnungstermin des BER im Jahr 2012 war das Hotel betriebsbereit und wird seitdem instandgehalten", erklärten die Betreiber der Steigenberger-Hotels. Sobald der Flughafen öffnet, sollen auch dort Gäste einchecken.

Das Einkaufszentrum

Jeder zweite Euro soll nicht aus dem Flugverkehr kommen, sondern aus dem Geschäft drum herum - das war die Überlegung, als der BER geplant wurde. Deshalb liegt im Bauch des Terminals ein Einkaufszentrum, dessen Läden seit Jahren verrammelt sind - aber sie haben Nutzer, die auf den Start des Flughafens warten, um Krawatten, Burger und Parfüm zu verkaufen. Besonders kleine Händler sahen sich nach der geplatzten Eröffnung 2012 in ihrer Existenz bedroht, wenn sie keinen Vergleich mit dem Flughafen erzielten. Die großen Ketten stecken das Warten besser weg.

Die Büros

Einer der frühen Mieter am neuen Hauptstadtflughafen ist: die Flughafengesellschaft selbst. Denn die besten Büroräume vis-a-vis des Terminals gehören nicht ihr, sondern einem privaten Projektentwickler. Im Berlin Brandenburg Airport Center sitzen Bau-Abteilungen der Flughafengesellschaft und die Teams, die die Inbetriebnahme vorbereiten. Direkt dahinter: Parkhäuser. Letztes Jahr hat VW dort Hunderte Neuwagen abgestellt, deren Zulassung ausstand. Denn noch gibt es genug Platz am BER.

Quelle: ntv.de, vpe/dpa