Wirtschaft

Aussicht auf neue Milliarden Aussicht auf Hilfen schiebt Athener Börse an

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(Foto: imago/Hannelore Förster)

Trotz heftiger Proteste bringt Regierungschef Tsipras ein neues Sparpaket durch das Athener Parlament. Von den Gläubigern kommt zarter Beifall. Zwar fließen die neuen Hilfsgelder noch nicht - doch Investoren schöpfen Mut.

Die sich abzeichnende Freigabe weiterer Milliardenhilfen für Griechenland sorgt an der Börse Athen den zweiten Tag in Folge für Kauflaune. Zusätzlich befeuern Hoffnungen auf Schuldenerleichterungen die Kurse. Dabei fällt das Plus mit 2,5 Prozent noch deutlicher aus als am Vortag. Sorgte zu Wochenbeginn die Verabschiedung des von Athen geforderten Reform- und Sparpakets für gute Stimmung, ist es einen Tag später der von den EU-Finanzministern daraufhin verbreitete Optimismus. Davon profitierten einmal mehr auch die Bankentitel.

Von der gelösteren Stimmung profitierten auch die Anleihen. Die Zehnjahresrendite sinkt von 8,43 Prozent weiter auf das neue Jahrestief von 7,7 Prozent. Das ist zugleich das niedrigste, mithin für den griechischen Staatshaushalt günstigste Niveau seit November 2014.

Ein Abkommen zur weiteren finanziellen Unterstützung des Landes soll "in den kommenden Tagen" fertiggestellt werden, erklärten die Euro-Finanzminister nach einem Sondertreffen in Brüssel. Gleichzeitig stellten sie einen Fahrplan für Beschlüsse über mögliche Schuldenerleichterungen in Aussicht - grundlegend würde die Schuldenfrage demnach aber erst 2018 angegangen. Die Euro-Finanzminister begrüßten die im griechischen Parlament trotz Protesten verabschiedeten Renten- und Steuerreformen. Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem sagte, dies könne den Weg für den Abschluss der ersten Überprüfung des griechischen Hilfsprogramms ebnen, wonach weitere Milliarden an Athen fließen können.

Die Euro-Staaten hatten Griechenland im vergangenen Sommer mit einem dritten Hilfsprogramm von bis zu 86 Milliarden Euro erneut vor dem Bankrott gerettet. Bisher ist rund ein Fünftel des Geldes ausgezahlt. Athen braucht spätestens bis Juli frisches Geld, wenn es rund 2,3 Milliarden Euro an die Europäische Zentralbank (EZB) zurückzahlen muss.

Quelle: ntv.de, jwu/DJ