Wirtschaft

Kaum Entspannung in Sicht Autoindustrie steckt weiter in der Krise

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Zuletzt ist die Nachfrage nach Pkw etwas gestiegen - sie bleibt aber dennoch stark hinter den Verkäufen der Vorjahre zurück.

(Foto: imago images/Rust)

Der Ausbruch der Corona-Pandemie beschert den Autobauern trotz aktuell steigender Nachfrage massive Probleme. Daran wird sich auch so schnell nichts ändern, glaubt der Verband der Automobilindustrie. Grund dafür ist auch ein Mangel an Mikrochips.

Die deutschen Autobauer und ihre Zulieferer rechnen nicht damit, dass der Corona-Schaden rasch wettgemacht werden kann. Für das laufende Jahr prognostizierte der Verband der Automobilindustrie (VDA) zwar einen Anstieg der Pkw-Nachfrage in Deutschland um acht Prozent auf 3,15 Millionen Einheiten. Damit werde der Pkw-Markt aber noch deutlich unter den rund 3,5 Millionen Fahrzeugen der Jahre 2017 bis 2019 liegen.

Bei schweren Lkw rechnet der Verband mit einem Wachstum von 15 Prozent auf gut 78.000 Fahrzeuge, auch hier ist die Vergleichsbasis wegen der Corona-Krise allerdings niedrig. 2020 waren die Pkw-Zulassungen um ein Fünftel auf 2,9 Millionen gefallen.

Mikrochip-Engpass bereitet Probleme

Die Pandemie hat die Pkw-Verkäufe auch weltweit drastisch sinken lassen. Für das laufende Jahr geht der VDA von einer langsamen Besserung der Marktlage aus, vor allem in der zweiten Jahreshälfte soll es wieder aufwärtsgehen. "Die Rückgänge des Jahres 2020 werden aber nicht wettgemacht", erklärte VDA-Chefin Hildegard Müller. Für eine Entwarnung gebe es daher keine Grundlage. Dies gelte vor allem für die gebeutelte Zulieferindustrie. Für zusätzliche Probleme sorgt derzeit der Engpass bei Computerchips. Volkswagen und Daimler mussten deshalb bereits die Produktion drosseln. Alle Hersteller suchen fieberhaft nach Wegen, um die Produktion am Laufen zu halten.

Es liefen zahlreiche Gespräche, um Lösungen zu finden, so Müller weiter. Der Engpass mache nicht nur den Autobauern und ihren Zulieferern zu schaffen, sondern sei ein Thema "der Industrie insgesamt". Sie sei dankbar für die Vermittlungsversuche der Bundesregierung. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hatte Taiwan jüngst in einem Brief gebeten, sich an den für die Automobilindustrie wichtigen Halbleiterkonzern TSMC zu wenden, um die Bedeutung zusätzlicher Kapazitäten zu unterstreichen. Der hatte daraufhin zugesagt, seine Produktion zu optimieren.

Die Branche muss inmitten der Pandemie, deren Ende noch nicht absehbar ist, den Schwenk in die Elektromobilität und Digitalisierung stemmen. Insgesamt investiert die deutsche Automobilindustrie bis 2025 rund 150 Milliarden Euro in Zukunftstechnologien. Dafür werden neben Software eine Menge elektronischer Bauteile benötigt.

Quelle: ntv.de, nan/Reuters

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