Wirtschaft

Motoren ohne IdeologieAutokrise? BMW zeigt, wie es besser geht

12.03.2026, 10:55 Uhr Ulrich-ReitzEin Kommentar von Ulrich Reitz
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Elektromotor oder Verbrenner? Soll der Kunde entscheiden. (Foto: picture alliance / Cover Images)

Schwaches China-Geschäft, teure Elektrowende, Zolleskapaden in den USA: Deutschlands Autobauer stecken in einer schwierigen Phase. Doch während Mercedes-Benz und Volkswagen deutlich stärker unter Druck geraten, wirkt BMW erstaunlich stabil. Der Grund ist simpel.

Die deutsche Autobranche erlebt gerade einen bitteren Realitätscheck. Gewinne? Schmelzen weg. China-Geschäft? Schwächelt. Und die Nachfrage nach Elektroautos? Wächst zwar - aber längst nicht so schnell, wie viele Autobosse noch vor Jahren Glauben machen wollten. Und doch zeigt sich ein Unterschied: Bei BMW brechen die Gewinne auffallend geringer ein als bei der Konkurrenz in Stuttgart und Wolfsburg.

Zufall? Nein. Während andere Hersteller deutlich stärker auf reine Elektrofahrzeuge setzten, machte es BMW anders. Die Münchner redeten den Verbrenner-Fahrzeugen nie lautstark das Wort - hüteten sich aber auch davor, die schnelle vollelektrische Zukunft auszurufen. Sie propagierten Wahlfreiheit: bewarben Verbrenner, Plug-in-Hybride und Elektroautos parallel.

Eine flexible Technik ermöglichte das. Viele BMW-Modelle werden auf Plattformen gebaut, die verschiedene Antriebe zulassen. Auf derselben Basis entstehen Verbrenner, Hybride und Elektroautos, beim 3er zum Beispiel, oder beim elektrischen i4.

Das hat einen großen Vorteil. Wenn sich die Nachfrage anders entwickelt als erwartet, muss BMW seine Strategie nicht neu erfinden.

Genau das passiert gerade in der Branche. Elektrofahrzeuge verkaufen sich zwar immer besser, aber eben deutlich langsamer als geplant. Hersteller, die stark auf reine E-Autos gesetzt haben, müssen mit viel Aufwand nachjustieren. BMW nicht.

Auch in der Kunden-Ansprache war BMW weniger missionarisch. Während andere Hersteller Glauben machten, der Verbrenner habe kaum noch eine Zukunft, ließ BMW ganz entspannt die Wahl. Im Premiumsegment ist das wichtig. Wer viel Geld für ein Auto ausgibt, will nicht gegängelt werden.

Die Zahlen zeigen, dass diese Strategie funktioniert. Trotz schwächerem China-Geschäft und hoher US-Zölle erzielte BMW im vergangenen Jahr ein operatives Ergebnis von rund 10,2 Milliarden Euro. Damit liegt der Konzern klar vor Mercedes mit 5,8 Milliarden Euro und auch vor Volkswagen mit 8,9 Milliarden Euro. Der Gewinn pro Fahrzeug ist bei BMW ebenfalls am höchsten - dank der Produktionsflexibilität.

Für allzu großen Jubel ist es dennoch zu früh: Die Elektrowende kostet Milliarden, der Wettbewerb aus China wächst weiter. Und mit der "Neuen Klasse" hat auch BMW eine reine Elektroplattform entwickelt.

Der durchschlagende Erfolg muss sich erst noch zeigen. Doch eine Lehre lässt sich jetzt schon ziehen: In unsicheren Zeiten zahlt sich Flexibilität aus. Oder anders gesagt: Die Autokrise trifft sie alle. BMW nur weniger - im Moment.

Quelle: ntv.de

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