Nettogewinn sinkt nur leichtBMW kommt noch glimpflich davon

Für VW und Daimler ist es eine rabenschwarze Woche - BMW kommt dagegen noch vergleichsweise gut durch die Krise. Allerdings haben auch die Münchener Schwierigkeiten. Besonders in einem Land bricht der Absatz ein.
BMW stemmt sich überraschend erfolgreich gegen die Krise. Während Konkurrenten große Gewinneinbrüche melden, ist der Überschuss bei BMW im vergangenen Jahr nur um 3 Prozent auf knapp 7,5 Milliarden Euro gesunken, wie der Konzern mitteilte. Damit liegt das Unternehmen deutlich über den Erwartungen von Analysten, die einen Gewinn unter 7 Milliarden erwartet hatten. Der Umsatz ging um 6,3 Prozent auf knapp 133,5 Milliarden Euro zurück und die Prognose für 2026 ist negativ.
Schwierigkeiten gab es für BMW vor allem in China. Der Absatz dort brach um 12,5 Prozent ein. Der Konzern habe dies jedoch "durch Zuwächse in anderen Weltregionen kompensieren" können, heißt es. In Europa verkaufte der Hersteller 7,3 Prozent mehr und auf den amerikanischen Märkten 5,6 Prozent. Insgesamt stieg der Absatz um 0,5 Prozent auf 2.463.681 ausgelieferte Fahrzeuge.
BMW kommt damit bisher vergleichsweise gut durch die allgemeine Krise der deutschen Autoindustrie. Zwar ist es bereits der dritte Gewinnrückgang auf Jahressicht, doch die beiden deutschen Konkurrenten Mercedes und Volkswagen haben ihre Gewinne vergangenes Jahr jeweils fast halbiert. Im Vergleich dazu ist der Rückgang bei den Münchnern geradezu harmlos.
Das reicht auch, um die Münchner im Gewinnranking auf Platz eins zu heben: Bei Mercedes standen 2025 noch 5,3 Milliarden Euro Plus unter dem Strich, beim sehr viel größeren Volkswagen-Konzern 6,9 Milliarden.
Bisher keine Stellenstreichungen
Und während die anderen deutschen Autobauer Jobs abbauen, ist BMW bisher ohne Stellenstreichungsprogramme durch die Krise gekommen. Ein klarer Pluspunkt der Münchner dürfte dabei sein, dass sie dank eines eigenen großen Werks in den USA von den dortigen Zöllen zumindest teilweise verschont werden. Knapp 413.000 Autos wurden dort vergangenes Jahr gebaut, mehr als die Hälfte davon blieb in den USA. Das bedeutet, dass BMW weniger als die Hälfte der in den USA verkauften Autos importieren musste.
Zudem profitieren sie davon, dass sie ihre Werke so gestaltet haben, dass auf einem Band Elektroautos, Hybride und Verbrenner entstehen können. Das hilft die Unsicherheiten beim Hochlauf der Elektromobilität abzufedern. BMW-Chef Oliver Zipse betonte: "Wir haben uns in den letzten Jahren strategisch richtig aufgestellt. Davon profitieren wir heute: Wir müssen in einem herausfordernden Umfeld nicht umsteuern, sondern können unseren Kurs halten und unsere Strategie weiter konsequent umsetzen."
Letzte Jahresbilanz mit Zipse
Die Jahresbilanz ist die letzte, die Zipse verantwortet. Am 14. Mai übernimmt sein designierter Nachfolger Milan Nedeljkovic. Bislang ist er Produktionsvorstand, ein Amt, das auch Zipse vor seinem Aufstieg an die Unternehmensspitze bekleidet hatte.
Nedeljkovic ist also schon seit Längerem mit Zipses wichtigstem Projekt befasst, das in den kommenden Jahren über Wohl und Wehe von BMW mitbestimmen wird. Die Neue Klasse, deren erster Vertreter iX3 vergangenes Jahr vorgestellt wurde, steht seit wenigen Tagen bei den Händlern.
Bisher ist sie stark gestartet. Angesichts hoher Bestellzahlen hat BMW bereits im Januar eine zusätzliche Schicht in der Produktion eingeführt. In Kürze wollen die Münchner zudem das nächste Auto der Neuen Klasse vorstellen: Mit dem i3 - also dem elektrischen Gegenstück zum 3er - in einem für die Münchner zentralen Volumenbereich.
Keine glänzenden Aussichten
Bei den Aussichten auf das laufende Jahr ist BMW allerdings zurückhaltend und geht davon aus, dass der Vorsteuergewinn trotz stabiler Auslieferungen moderat sinken wird. Dazu tragen unter anderem Belastungen durch Zölle, Währungseffekte und teurere Rohstoffe bei.
Die Gewinnmarge von BMW lag bei 5,3 Prozent - und damit am unteren Ende des gesetzten Zielkorridors von fünf bis sieben Prozent. Besonders belastend wirkten sich hier die Einfuhrzölle von US-Präsident Donald Trump aus: Sie kosteten rund 1,5 Prozentpunkte an Marge. Für 2026 geht BMW erneut davon aus, dass erhöhte Zölle die Marge erneut um 1,25 Prozentpunkte reduzieren werden.
"Wachstumstreiber für die BMW Group bleiben batterieelektrische Fahrzeuge", erklärte der Konzern. Der Absatz bei reinen E-Autos stieg um 3,6 Prozent. 17,9 Prozent aller verkauften Fahrzeuge hatten einen rein elektrischen Antrieb. "Wir haben uns in den letzten Jahren strategisch richtig aufgestellt. Davon profitieren wir heute", so BMW-Chef Oliver Zipse.