Wirtschaft

Verhalten "unterirdisch" BER-Chef Mühlenfeld steht unter Druck

efe9f43afbc88d45e7ce8f534d64b2b3.jpg

BER-Geschäftsführer Karsten Mühlenfeld.

(Foto: dpa)

Erst kürzlich wurde bekannt, dass der BER schon wieder einen neuen Technikchef bekommt. Doch offenbar hat Flughafen-Chef Mühlenfeld diese Entscheidung alleine getroffen. Die Anteilseigener seien davon völlig überrascht worden, heißt es. Nun droht Ärger.

Beim BER könnte bald wieder ein Personalwechsel stattfinden. Der "Tagesspiegel" berichtet, dass die Entlassung von BER-Technik-Chef Jörg Marks die letzte Entscheidung von Geschäftsführer Karsten Mühlenfeld gewesen sein könnte. Der Grund: Mühlenfeld hatte Christoph Bretschneider als neuen Projektberater eingestellt und dabei offenbar eigenmächtig gehandelt. Aus Gesellschafterkreisen will das Blatt erfahren haben, dass das Verhalten Mühlenfelds als "unterirdisch" bezeichnet wurde.

Das Blatt berichtet auch, dass Bund und Berlin wegen des Personalwechsels an einer kurzfristigen Sondersitzung des Aufsichtsrats interessiert sein sollen. Der Wunsch deute darauf hin, dass bei der Sitzung Konsequenzen gezogen werden. Denn die nächste reguläre Sitzung wäre schon am 17. März. Einen Termin für eine Sondersitzung gibt es noch nicht.

Die Gesellschafter prüfen offenbar außerdem, ob der Flughafenchef beim Personalwechsel einen Regelverstoß beging. Mühlenfeld hatte Bretschneider zunächst als "Nachfolger" von Marks bezeichnet. Einem solchen Wechsel hätte der Aufsichtsrat in jedem Fall zustimmen müssen. Engagiert wurde der Ex-Bahnmanager allerdings nicht als Angestellter wie Marks, sondern als Berater auf Honorarbasis, wie Mühlenfeld später klarstellte.

Kein Kommentar vom BER

Die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg lehnte es indes ab, Berichte über eine mögliche Ablösung ihres Chefs zu kommentieren. Dazu werde man sich nicht äußern, sagte BER-Pressesprecher Lars Wagner. Er verwies auf ein Interview Mühlenfelds ebenfalls mit dem "Tagesspiegel", das weiterhin gelte. Dort hatte der Geschäftsführer seine Entscheidung verteidigt, den bisherigen Technik-Chef Jörg Marks am neuen Hauptstadtflughafen BER zu entlassen und ihn durch Bretschneider zu ersetzen. Dies sei nötig gewesen, um den Airport zügig fertigzubauen.

Mühlenfelds Aussage, dass er "schon seit ein paar Wochen" Ersatz für Marks gesucht habe und dies "mindestens dem Anteilseigner Berlin bekannt" war, stößt unterdessen auf offenen Widerspruch beim Senat. Dessen Sprecherin Claudia Sünder wies die Darstellung zurück: "Die Anteilseigner sind von der Personalentscheidung Mühlenfelds in dieser Woche völlig überrascht worden."

Quelle: n-tv.de, kpi/dpa

Mehr zum Thema