Wirtschaft

"Abenteuerliche" Mehdorn-Zahlen BER-Kontrolleure beraten ohne Chef

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Die Manager kommen und gehen. Eine Frage bleibt: Was kostet der BER?

(Foto: picture alliance / dpa)

Das Kontrollgremium des Pannenflughafens BER muss vorerst ohne Chef auskommen. Bürgermeister Müller verspricht nur eine "zeitnahe" Besetzung des Postens. Auf der Agenda des kopflosen Gremiums: "Zahlen-Salat" von Noch-BER-Chef Mehdorn.

Der Chefposten im Aufsichtsrat des Berliner Hauptstadtflughafens bleibt auch diese Woche unbesetzt. Er soll "zeitnah" besetzt werden, sagte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller, der für den Ex-Regierenden Klaus Wowereit nachgerückt ist. "Am Freitag tagen wir in der alten Besetzung."

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Sein Favorit für das Amt bleibe Baustaatssekretär Engelbert Lütke Daldrup, bekräftigte der SPD-Politiker noch einmal. Er selbst werde genau wie sein Innensenator Frank Henkel den Aufsichtsrat wohl demnächst verlassen. Henkel gehört dem Koalitionspartner CDU an.

Bei der Sitzung am Freitag werde es vorrangig um Finanzfragen gehen, so Müller weiter. Die Zahlen von Flughafenchef Hartmut Mehdorn seien "abenteuerlich", weil neben der Fertigstellung des Flughafens immer auch Ausbauschritte eingerechnet würden.

Jetzt müsse es aber erst einmal darum gehen, dass Flugzeuge abheben können, sagte Müller. Ständige Veränderungen während des Baus hätten die Probleme am Flughafen ja erst ausgelöst. "Ich bin nicht mehr bereit, das so mitzutragen." Der 50-jährige war als Nachfolger des früheren Berliner Bürgermeisters Klaus Wowereit in den BER-Aufsichtsrat gekommen

Mehdorns letzte Überraschung?

Mehdorn hatte kurz vor der Übergabe des Amtes an seinen Nachfolger noch einmal mit der Ankündigung für Negativschlagzeilen gesorgt, der neue Hauptstadtflughafen werde noch einmal deutlich teurer als angenommen.  

In der aktuell kursierenden Summe von 5,4 Milliarden Euro seien weder die Zinsen, der Finanzierungsaufwand noch die Flughafenerweiterung enthalten. Es handele sich hierbei um "Nettokosten", so Mehdorn weiter.

Den BER an den Start bringen soll Ex-Rolls-Royce-Manager Karsten Mühlenfeld. Er übernimmt kommende Woche eine schwierige Aufgabe. Denn bisher machte er Flughafen nur durch Krisen Schlagzeilen. Das Projekt ist mittlerweile durch Baumängel und Planungsfehler drei Jahre in Verzug. Nun soll der Pannenflughafen bis 2017 fertiggestellt werden. Die Baukosten liegen dann bei über 5,4 Milliarden Euro.

Die Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB) gehört zu jeweils 37 Prozent den Ländern Berlin und Brandenburg, 26 Prozent der Anteile hält der Bund.

Quelle: ntv.de, ddi