Wirtschaft

Neue Baustelle in Schönefeld BER baut provisorisches Regierungsterminal

17ef7fe81f81ad06a042e88fb894120c.jpg

Schon bei seiner Eröffnung wird der neue Hauptstadtflughafen zu klein sein. Weitere Bauarbeiten sind damit vorprogrammiert.

(Foto: dpa)

Spätestens Anfang 2018 soll der neue Hauptstadtflughafen startklar sein. Auch als Regierungsflughafen ist der BER in Schönefeld kurz darauf eingeplant, doch dafür fehlt noch ein Terminal. Jetzt wird es unter hohem Zeitdruck provisorisch gebaut.

Am neuen Hauptstadtflughafen in Schönefeld soll bis zum Sommer 2018 ein provisorisches Regierungsterminal entstehen. Der Aufsichtsrat hat beschlossen, den Auftrag noch in diesem Jahr zu vergeben. Der Bau soll am Rande des Geländes entstehen. Einziger Bewerber ist der Baukonzern Züblin, veranschlagt sind Kosten von rund 70 Millionen Euro.

Das Terminal muss gebaut werden, weil der BER mit einer Jahreskapazität von 27 Millionen Fluggästen schon bei seiner Eröffnung zu klein sein wird. An den Flughäfen in Tegel und in Schönefeld wurden bereits Anfang des Monats mehr als 30 Millionen Fluggäste abgefertigt. Im Gesamtjahr werden es vermutlich rund 33 Millionen sein. Erst am Freitag ging am Altflughafen Schönefeld eine weitere Abfertigungshalle für die Fluggesellschaft Ryanair in Betrieb.

Das endgültige Regierungsterminal soll nach aktuellem Stand etwa fünf Jahre nach der Flughafeneröffnung in Betrieb gehen. Solange soll es übergangsweise genutzt werden, um die zusätzlichen Passagiere abzufertigen.

Terminliche Risiken für Tegel

Damit treten terminliche Risiken für die Schließung des Flughafens Tegel auf. Der Airport am Rande der Berliner Innenstadt soll spätestens ein halbes Jahr nach dem Start des BER vom Netz gehen. Dann soll auch der Protokollbereich für Staatsgäste und Regierungsmitglieder nach Schönefeld umziehen. Wann genau der drittgrößte deutsche Flughafen in Betrieb geht, ist aber noch offen.

"Sie wissen, dass 2017 ein wirklich ambitioniertes Ziel ist", sagte Michael Müller, Berlins Regierender Bürgermeister und der Aufsichtsratschef der Flughafengesellschaft, über den engen Zeitplan. Möglicherweise öffne der BER auch Anfang 2018. Flughafenchef Karsten Mühlenfeld solle dem Aufsichtsrat bei seiner nächsten Sitzung einen konkreten Termin nennen. "Wir erwarten eine auf Herz und Nieren geprüfte Einschätzung", sagte Müller. Regulär tritt das Kontrollgremium am 17. März wieder zusammen.

Der neue Hauptstadtflughafen sollte eigentlich vor fünf Jahren in Betrieb gehen. Vier Eröffnungstermine platzten jedoch - wegen Technikproblemen, Baumängeln und Planungsfehlern. Auch die Planungen für das Regierungsterminal haben sich in der Vergangenheit immer wieder verzögert.

Bis zum Umzug nach Schönefeld bleiben die fünf Mittel- und Langstreckenflugzeuge der Flugbereitschaft in Köln/Bonn stationiert. Sie sind für Flüge der Regierung häufig leer zwischen Köln und Berlin unterwegs - nach Regierungsangaben durchschnittlich 450 mal im Jahr. Die drei Hubschrauber der Flugbereitschaft stehen in Tegel.

Quelle: n-tv.de, chr/dpa