Wirtschaft

Keine Abschaffung von BerichtenBP kassiert bei Abstimmung Klima-Klatsche von eigenen Aktionären

23.04.2026, 20:08 Uhr
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BP macht wegen des Iran-Krieges derzeit außergewöhnlich gute Geschäfte. (Foto: picture alliance / empics)

Der Öl-Gigant BP setzt derzeit wieder mehr auf Öl und Gas statt auf erneuerbare Energien und würde gerne zwei klimabezogene Offenlegungspflichten abschaffen. Dafür braucht es eine breite Zustimmung unter den Aktionären. Doch die gibt es nicht. Für das Management ist das eine herbe Niederlage.

Der britische Energiekonzern BP hat seinen Aktionären zwei Anträge zur Abschaffung von Klimaberichten zur Abstimmung vorgelegt - und ist mit seinem Vorhaben gescheitert. BP-Aufsichtsratschef Albert Manifold erklärte, die Investoren hätten bei der Jahreshauptversammlung in London gegen beide Anträge gestimmt. Die Vorschläge erhielten weniger als 50 Prozent der Stimmen - und verfehlten damit deutlich die für eine Annahme erforderlichen 75 Prozent.

Bei den Anträgen ging es laut Manifold darum, zwei der klimabezogenen Offenlegungspflichten des Konzerns abzuschaffen. Die Unternehmensleitung argumentierte, die unternehmensspezifischen Klimavorgaben seien durch entsprechende gesetzliche Änderungen "weitgehend ersetzt" worden. Umweltschützer hatten das Vorhaben scharf kritisiert.

Das Abstimmungsergebnis ist ein herber Rückschlag für das Management des Konzerns - BP hat seine Strategie in diesem Jahr wieder auf das profitable Öl- und Gasgeschäft ausgerichtet und erneuerbare Energien hintenangestellt. Die neue Konzernchefin Meg O'Neill trat ihren Posten erst Anfang April an.

Unzufriedenheit mit Aufsichtsratschef Manifold

"Heute haben die Aktionäre den Vorstand von BP daran erinnert, für wen er arbeitet. Nicht für sich selbst, sondern für sie", sagte der Geschäftsführer der Aktionärsvereinigung Follow This, Mark van Baal. Ein Antrag von Follow This zur BP-Strategie angesichts sinkender Öl- und Gasnachfrage war bei der Versammlung nicht zugelassen worden, was die Aktionäre ebenfalls gegen den Vorstand aufbrachte.

Die Unzufriedenheit der Investoren richtete sich zudem gegen Aufsichtsratschef Manifold selbst: Für seine Wahl stimmten nur 82 Prozent der Aktionäre - üblicherweise ist die Unterstützung für Vorstandsmitglieder fast einstimmig.

Erst vor rund einer Woche hatte BP massive Gewinneinbrüche für das vergangene Jahr gemeldet. Demnach gingen die Gewinne 2025 um 86 Prozent zurück. Allerdings liefen die Geschäfte beim Ölhandel im ersten Quartal angesichts des Iran-Krieges und der dadurch bedingten Marktschwankungen laut dem Unternehmen "außergewöhnlich gut".

Quelle: ntv.de, rog/AFP

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