Wirtschaft

Nikutta gewinnt Machtkampf BVG-Chefin soll DB Cargo sanieren

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Um den Güterverkehr der Deutschen Bahn steht es schlimm: BVG-Chefin Nikutta soll es richten.

(Foto: imago images / photothek)

BVG-Chefin Nikutta kehrt zu ihren Wurzeln bei der Deutschen Bahn zurück. Die Managerin soll den angeschlagenen Güterverkehr wieder aufgleisen und setzt sich im Aufsichtsrat gegen den Willen von Bahnchef Lutz durch. In Berlin trauert man ihr jetzt schon nach: Nachfolgerin soll wieder eine Frau werden.

Die angeschlagene Gütersparte der Deutschen Bahn soll Aufsichtsratskreisen zufolge eine neue Führung bekommen. Die Chefin der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), Sigrid Nikutta, solle DB Cargo führen und zudem in den Konzernvorstand rücken, sagten Aufsichtsräte der Nachrichtenagentur Reuters. Zuvor hatte der Personalausschuss des Gremiums dafür votiert. Es gilt als sicher, dass auch der Gesamtaufsichtsrat dem zustimmt, voraussichtlich am 7. November. Damit wäre auch ein wochenlanger Machtkampf im Vorstand zunächst entschieden.

Bahnchef Richard Lutz und Infrastruktur-Vorstand Ronald Pofalla hatten sich Aufsichtsratskreisen zufolge bereits in der Vergangenheit gegen Nikutta ausgesprochen und deren Berufung bislang verhindert. Dagegen hat Nikutta die Unterstützung von Arbeitnehmervertretern im Aufsichtsrat und den Rückhalt der SPD. Derzeit verantwortet Finanzvorstand Alexander Doll die Sparte auf Konzernebene mit. Er wollte diese Aufgabe aber abgeben und gilt ebenfalls als Unterstützer von Nikutta. Die Bahn wollte sich zu internen Personal-Debatten nicht äußern.

Anders als bisherige Cargo-Vorstände soll Nikutta die Sparte auch im Konzernvorstand vertreten, da Cargo seit Jahren der größte Sanierungsfall im Unternehmen ist. In einem Brief-Entwurf an Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hieß es, die Lage sei dramatisch: "Der jüngste Konjunkturrückgang insbesondere in den für DB Cargo kritischen Branchen Automotive und Stahl lässt für 2019 einen deutlich über 2018 liegenden Verlust erwarten." Im Vorjahr hatte Cargo 190 Millionen Euro Verlust gemacht, der 2019 eigentlich reduziert werden sollte.

Die 50-Jährige soll laut Aufsichtsrat möglichst zum 1. Januar bei der Bahn anfangen und bei der Gütersparte DB Cargo auch operativ Verantwortung übernehmen. Nikutta war 2010 von DB Cargo zur BVG gegangen, wo sie für die Busse und Bahnen der Hauptstadt verantwortlich ist. Nikutta hat bei Deutschlands größtem kommunalen Verkehrsunternehmen eine Kündigungsfrist von einem Monat. Berlins Wirtschaftssenatorin und BVG-Aufsichtsratschefin Ramona Pop sprach von einem Verlust für Berlin. Sie will wieder eine Frau für den Chefposten bei den Verkehrsbetrieben gewinnen.

Quelle: ntv.de, mau/rts/dpa