Wirtschaft

Geldtransporter-Fahrer streiken Bargeld-Versorgung ist kaum eingeschränkt

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Auch Geldautomaten können mitunter nicht mit frischen Bargeld bestückt werden, wenn die Beschäftigten von Geld- und Wertdiensten ihre Arbeit niederlegen.

(Foto: imago/Panthermedia)

Die Arbeitnehmer in der Geld- und Wertdienst-Branche sind mit ihren Löhnen unzufrieden. Deswegen legen viele für mehrere Stunden ihre Arbeit nieder und liefern auch kein Bargeld aus. Die Arbeitgeber versuchen zu beschwichtigen und auch die Banken geben Entwarnung.

Der Warnstreik der Geldtransport-Mitarbeiter hat Banken und Handel zufolge kaum Folgen für die Bargeldversorgung. "Wir sehen für den Handel keine Auswirkungen", sagte ein Sprecher des Handelsverbands Deutschland (HDE). Auch die Kreditinstitute gaben weitgehend Entwarnung. Bislang gebe es keine Anhaltspunkte für größere Auswirkungen, erklärte die Deutsche Kreditwirtschaft (DK), der Zusammenschluss der fünf deutschen Bankenverbände. Es könnte aber zu punktuellen Einschränkungen in der Bargeldversorgung kommen.

Bei der Commerzbank komme es vereinzelt zu Bargeldengpässen an den Automaten, sagte ein Sprecher. In den meisten der 1000 Commerzbank-Filialen gebe es aber keine Störungen. Bei der Deutschen Bank gebe es keine Auswirkungen auf die Bargeldversorgung, sagte eine Sprecherin.

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Hier demonstrieren Geldtransport-Mitarbeiter in München.

(Foto: dpa)

Fahrer von Geldtransportern, Geldzähler und Vorbereiter für zahlreiche Geldtransporte seien am Morgen in den Streik getreten, teilten Sprecher der Landesverbände der Gewerkschaft Verdi mit. Die Beteiligung an den Arbeitsniederlegungen sei "sehr gut", sagte Arno Peukes, Verhandlungsführer der Gewerkschaft Verdi. Sie hatte die 12.000 Beschäftigten der Geld- und Wert-Branche zu den Streiks aufgerufen. In mehreren Städten gab es Kundgebungen; unter anderem in München und Hannover.

Nach Angaben der Gewerkschaft soll durch die Streiks der Bargeldverkehr in Deutschland "erheblich gestört" werden. Viele Banken und Einzelhändler bekämen nach den Feiertagen kein frisches Bargeld und Geldautomaten würden nicht neu befüllt.

"Auf den nächsten Automaten ausweichen"

Die Bundesvereinigung Deutscher Geld- und Wertdienste (BDGW) hingegen hatte vor Beginn des Warnstreiks erklärt, dass sie nicht mit erheblichen Engpässen rechnet. Zwar könne es an einzelnen stark frequentierten Automaten womöglich passieren, dass dieser tatsächlich leer sei, sagte eine Sprecherin. In diesem Fall könnten Kunden aber auf den nächsten Automaten ausweichen, fügte sie hinzu und betonte, dass die Automaten auch an den Feiertagen normal versorgt worden seien.

Verdi fordert bei einer Laufzeit von zwei Jahren eine Erhöhung des Stundenlohns um 1,50 Euro pro Jahr der Laufzeit beziehungsweise eine Erhöhung des Monatsgehalts um 250 Euro pro Jahr, sowie die Angleichung der Gehälter in den neuen Bundesländern. Nach fünf ergebnislosen Runden werden die Tarifverhandlungen am Donnerstag und Freitag (3./4. Januar) fortgesetzt.

Wie lange die Streiks andauern, ist noch nicht klar. Verdi bezeichnet das bisherige Angebot der Unternehmen als nicht verhandlungsfähig. Die BDGW hingegen betont, man sei bereits an die Grenze dessen gegangen, was wirtschaftlich vertretbar sei.

Quelle: n-tv.de, kpi/hul/dpa/AFP/rts

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