Wirtschaft

Hilfszahlungen gefordert Bauern beklagen Ernteeinbußen

Trockenheit, Nachtfröste und massenhaftes Auftreten von Mäusen machen den Bauern in Deutschland 2020 extrem zu schaffen. Die Getreideernte fällt schlecht aus - einige Betriebe fürchten durch die Ernteeinbußen sogar um ihre Existenz.

Die deutschen Bauern klagen wegen Dürre und anderen Wetterextremen erneut über Ernteeinbußen. Die Getreideernte bleibe in diesem Jahr mit 42,4 Millionen Tonnen um knapp fünf Prozent hinter dem Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2019 zurück, wie der Deutscher Bauernverband mitteilte.

"Die diesjährige Getreideernte fällt insgesamt zum wiederholten Male unterdurchschnittlich aus, mit extremen regionalen Unterschieden", sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied. "2020 war vielerorts das dritte durch Wetterextreme geprägte Jahr, was einige Betriebe in ihrer Existenz gefährdet." Je nach Region müssten die Betriebe aufgrund von massiver Trockenheit, Nachtfrösten im Mai oder massenhaftem Auftreten von Mäusen damit erneut deutliche Ernteeinbußen verkraften.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) erklärte, eine Versicherung gegen Dürre sei für Landwirte derzeit "preislich kaum erschwinglich". In Deutschland sind demnach nur etwa 0,02 Prozent der landwirtschaftlichen Anbaufläche gegen Dürre versichert. Eine staatliche Förderung sei nötig, um Dürreversicherungen stärker zu etablieren, betonte der Verband.

Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter forderte eine Wende in der Landwirtschaftspolitik. "Das industrielle Agrarmodell ist mit großen Gefahren für die Gesellschaft und die Landwirtschaft selbst verbunden", erklärte Hofreiter. Der Agrarsektor müsse in Richtung Widerstandsfähigkeit, lokale Vielfalt und Wertschöpfung in den Betrieben neu ausgerichtet werden.

Der stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende Frank Sitta mahnte eine "Gesamtstrategie" für eine krisenfestere Landwirtschaft an. Wesentliche Bausteine müssten dabei die "Stärkung der eigenverantwortlichen Risikovorsorge durch die Einführung einer steuerfreien Rücklagemöglichkeit und mehr Freiraum für Innovationen sein". Der Verband fordert deshalb staatliche Hilfe. Notwendig seien eine Stärkung der einzelbetrieblichen Risikovorsorge durch staatlich unterstützte Mehrgefahrenversicherungen und die Einführung einer steuerlichen Gewinnrücklage.

Quelle: ntv.de, can/rts