Daumen hoch für 21.000 WohnungenBaugenehmigungen legen im Mai um ein Viertel gegenüber 2025 zu

In einer darbenden Branche geht es bergauf: In Deutschland genehmigen die Behörden im Mai deutlich mehr Wohnungen als im Vorjahresmonat. Die Nachfrage bleibt vor allem in den Ballungsgebieten groß. Auf die Stimmung der Branche schlagen die guten Zahlen aber nicht durch.
Die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen ist im Mai um fast ein Viertel gestiegen. 21.000 neu genehmigte Einheiten bedeuten einen Zuwachs von 24,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt berichtet. Auf Neubauten entfielen dabei 17.800 Wohnungen, während 3200 Einheiten in bereits bestehenden Gebäuden entstehen sollen.
Auch im bisherigen Jahresverlauf zeigt der Trend nach einem sehr schwachen Vorjahr nach oben. Von Januar bis Mai wurden bundesweit bereits 104.700 Wohnungen in neuen und bestehenden Gebäuden genehmigt. Das waren 15,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
In neu zu errichtenden Gebäuden wurden in den ersten fünf Monaten des Jahres insgesamt 86.000 Wohnungen genehmigt. Das waren 16,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Dabei stieg die Zahl der Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser um 12,6 Prozent auf 19.900. Bei den Zweifamilienhäusern nahm die Zahl um 21,6 Prozent auf 6200 zu.
In Mehrfamilienhäusern, der zahlenmäßig stärksten Gebäudeart, genehmigten die Bauaufsichtsbehörden 56.100 Neubauwohnungen. Das war ein Anstieg um 18,9 Prozent. Ein deutliches Plus gab es auch bei den Baugenehmigungen von Wohnungen in Nichtwohngebäuden, womit etwa Hausmeisterwohnungen in Schulgebäuden oder Wohnungen über Gewerbeflächen gemeint sind.
Genehmigt ist noch nicht gebaut
Die Genehmigungen werden zwar als Frühindikator für die Bautätigkeit betrachtet, doch zuletzt wurden in Deutschland nur noch sehr wenige Wohnungen tatsächlich fertiggestellt. 206.600 bezugsfertige Einheiten bedeuteten 2025 einen Rückgang um 18 Prozent zum Vorjahr und die geringste Zahl seit 2012.
Schätzungen zufolge fehlen etwa eine Million Wohnungen in Deutschland. Vor allem in Ballungsräumen ist bezahlbarer Wohnraum knapp. Das liegt auch an gestiegenen Ansprüchen: Pro Kopf haben die Menschen heute in den 44 Millionen Wohnungen im Schnitt 49,5 Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung. Das sind 3,3 Quadratmeter mehr pro Bewohner als vor zehn Jahren.
Trotz der gestiegenen Nachfrage bewerten die deutschen Wohnungsbau-Unternehmen ihre Geschäftsaussichten so schlecht wie seit über einem Jahr nicht mehr. Das Barometer für das Geschäftsklima sank im Juni auf minus 31,0 Punkte, wie das Münchner Ifo-Institut zu seiner Umfrage mitteilte. Die Unternehmen beurteilten sowohl ihre aktuelle Lage als auch ihre Aussichten für die nächsten Monate schlechter.
Die Bundesregierung will mit einem "Bau-Turbo" über schnellere Genehmigungen den Wohnungsbau voranbringen und hat zudem Förderprogramme für energieeffizientes Bauen reaktiviert.