Wirtschaft

"Das wird ein großer Aufschlag" Bayern eröffnet Wirtschaftsbüro in Teheran

fc87e79a81e832e11ed5067a678cadbf.jpg

Bertram Brossardt von der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft setzt auf den großen "Nachholbedarf" des Irans.

(Foto: dpa)

Nach der Einigung im Atomstreit und dem Ende der Wirtschaftssanktionen setzt ein internationaler Wettlauf um den Iran als Wirtschaftspartner ein. Ganz vorn dabei: die Bayern. Eine eigene Vertretung soll Geschäftsbeziehungen aufbauen.

Die bayerische Wirtschaft sieht im Iran gute Geschäftschancen - und will die Nase vorn haben. Zur Eröffnung einer eigenen Auslandsvertretung in Teheran fliegen Wirtschaftsministerin Ilse Aigner, Verbandspräsident Alfred Gaffal, Siemens-Vorstand Siegfried Russwurm und weitere Unternehmervertreter in den Iran.

"Das wird ein großer Aufschlag", sagte der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, Bertram Brossardt. "Nach zehn Jahren Sanktionen haben Staat und Wirtschaft dort großen Nachholbedarf, vor allem bei Infrastruktur und Investitionsgütern. Und deutsche Produkte sind dort hoch angesehen", sagte Brossardt.

Der Iran mit seinen rund 80 Millionen Einwohnern könne zwar Auslandsmärkte wie China oder Russland nicht ersetzen. Aber das Land habe große Öl- und Gasreserven, und die Nachfrage sei gewaltig: "Ich war im August vier Tage in Teheran. Es war überraschend, wie viele Bitten ich erhielt, Kontakte und Geschäftsbeziehungen in Bayern herzustellen." Vor allem Maschinen- und Anlagenbauer, Elektro- und Chemieindustrie sowie Baufirmen rechnen sich gute Chancen aus. "Es lohnt für jedes Unternehmen, seine Geschäftsmöglichkeiten dort auszuloten", sagte Brossardt.

Export durch Sanktionen halbiert

Auch MAN, Linde, Audi, Munich Re, BayWa, Kathrein und Knauf sind bei der Reise nach Teheran dabei. Wegen der Sanktionen hatte sich der deutsche Export in den Iran auf zuletzt 2,4 Milliarden Euro im Jahr halbiert. Heute sind die Arabischen Emirate, Taiwan und China die wichtigsten Handelspartner der Islamischen Republik. Aber "die Konkurrenten sind überall auf der Welt dieselben. Ich bin sicher: Die deutsche Wirtschaft wird auch im Iran wettbewerbsfähig sein", sagte Brossardt.

Es gebe noch viele alte deutsche Anlagen dort, ältere Unternehmer und Entscheidungsträger seien deutschlandaffin, einige junge hätten in Deutschland studiert. Und "deutsche Unternehmen können ihre Technologie, Qualität, Zuverlässigkeit in die Waagschale werfen." Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hatte Teheran im Juli besucht.

Quelle: n-tv.de, jgu/dpa

Mehr zum Thema