Wirtschaft

Neustart nach Insolvenz Beate Uhse macht als "be you" weiter

baf991582165a655a3968d5b455c102a.jpg

Seit 2015 schrieb Beate Uhse rote Zahlen.

(Foto: dpa)

Im Dezember 2017 war Beate Uhse in die Insolvenz gerutscht. Doch nun gibt es einen Neustart - mit neuem Namen. Erhalten bleiben unter anderem die Läden und das Online-Geschäft. Allerdings gehen die bisherigen Aktionäre leer aus.

Die Erotikkette Beate Uhse lässt die Insolvenz hinter sich. Der Flensburger Sexartikel-Versender firmiert künftig als be you GmbH und gehört dem Finanzinvestor Robus Capital, wie Beate Uhse mitteilte. "Wir haben jetzt eine gute Basis, um neu durchzustarten", sagte Geschäftsführer Michael Specht, der an Bord bleibt. Erhalten bleiben die Läden und das Online-Geschäft sowie die Marken "Beate Uhse" und "Adam & Eve" in Frankreich und die niederländische Tochter Pabo. Die bisherigen Aktionäre gehen leer aus.

Beate Uhse
Beate Uhse ,00

Das börsennotierte Unternehmen war Mitte Dezember in die Pleite gerutscht. Die komplexe Struktur des Konzerns habe die Rettung erschwert, sagte Georg Bernsau, der die Sanierung in Eigenverwaltung als Generalbevollmächtigter organisiert hatte. Wichtige Unternehmensteile hatten den Sitz in den Niederlanden.

Zum ersten Mal sei eine Insolvenz in Eigenverwaltung nach deutschem Recht über eine ausländische Firma abgewickelt worden, sagte Bernsau. Das deutsche Insolvenzrecht biete mehr Chancen für die Rettung eines Unternehmens als das in anderen Ländern.

Die Beate Uhse AG steckte seit 2015 in den roten Zahlen. Die Firma wurde 1946 von der früheren Luftwaffenpilotin Beate Rotermund-Uhse gegründet. 1962 eröffnete sie den ersten Sexshop der Welt in Flensburg. Mit dem Internet begann der Niedergang des einst größten Erotik-Konzerns in Europa, da Sexfilme quasi überall kostenlos heruntergeladen werden können. Das Geschäft schrumpfte rapide.

Für 2017 hatte der Vorstand nur noch Erlöse von weniger als 100 Millionen Euro geplant, einige Jahre vorher waren es noch mehr als 200 Millionen. Das Unternehmen, für das in Spitzenzeiten über 800 Menschen arbeiteten, zählte zuletzt 345 Mitarbeiter in sieben Ländern. 150 Arbeitsplätze können nach früheren Angaben gerettet werden.

Quelle: n-tv.de, wne/rts

Mehr zum Thema