Wirtschaft

Chef der Deutschen Börse Behörde ermittelt gegen Kengeter

Im Dezember 2015 kauft der Chef der Deutschen Börse Aktien des eigenen Unternehmens. Kurz darauf wird die geplante Fusion mit der London Stock Exchange bekannt - und die Kurse steigen. Nun wird gegen Carsten Kengeter ermittelt.

876322e019e0cfc95345098355e2ae8b.jpg

Carsten Kengeter ist seit Juni 2015 Vorstandschef der Deutschen Börse.

(Foto: dpa)

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main ermittelt gegen den Vorstandschef der Deutschen Börse, Carsten Kengeter. Grund ist der Kauf von Aktien des Dax-Konzerns. Das teilte das Unternehmen in Eschborn bei Frankfurt mit, ohne einen konkreten Vorwurf zu nennen. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ist für eine Stellungnahme bisher nicht zu erreichen. Die Deutsche Börse teilte mit, Kengeter und das Unternehmen kooperierten "in vollem Umfang" mit der Staatsanwaltschaft.

Kengeter habe die Anteile am 14. Dezember 2015 im Rahmen des neuen Vorstandsvergütungsprogramms des Konzerns erworben. Dieses sehe Investments des Führungsgremiums in das eigene Unternehmen vor. Kengeter kaufte an dem Tag 60.000 Aktien im Wert von insgesamt 4,5 Millionen Euro, wie aus öffentlichen Unterlagen der Deutschen Börse hervorgeht.

Die Deutsche Börse hatte im Februar 2016 - also zwei Monate nach dem Kauf des Aktienpakets - verkündet, sich mit der London Stock Exchange zusammenschließen zu wollen. Danach stieg der Aktienkurs beider Unternehmen deutlich. Derzeit prüfen verschiedene Aufsichtsbehörden das Fusionsvorhaben.

Quelle: ntv.de, mli/dpa