Wirtschaft

Nach aufgeflogenem Schwarzbau Behörden kontrollieren Tesla-Werk bei Berlin

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Bauen ohne Genehmigung - kein Einzelfall bei Tesla in Grünheide.

(Foto: imago images/Christian Thiel)

Bei der Errichtung seines Werks bei Berlin verzichtet Tesla abermals auf die Genehmigung für einzelne Bestandteile. Nun droht nicht nur ein Bußgeldverfahren, die gesamte Baustelle wird vom Umweltamt auf Herz und Nieren geprüft.

Nach der Errichtung nicht genehmigter Tanks auf seiner geplanten Fabrik in Grünheide wird die Tesla-Baustelle nun einer Großkontrolle unterzogen. Das teilte das Umweltministerium mit. Zusätzlich zum Bußgeldverfahren gegen den US-Elektroautobauer werde "eine umfangreiche Überprüfung der gesamten Baustelle" durchgeführt, erklärte ein Sprecher. "Damit will die Überwachungsbehörde nach der Errichtung von nicht genehmigten Tanks durch Tesla sicherstellen, dass nicht noch weitere ungenehmigte Aktivitäten auf dem Gelände durchgeführt wurden und werden", heißt es.

Die Baustelle der ersten E-Auto-Fabrik von Tesla in Europa ist weit fortgeschritten, obwohl die Entscheidung über die abschließende umweltrechtliche Genehmigung durch das Land Brandenburg aussteht. Ursprünglich wollte Tesla im Juli dieses Jahres die Produktion aufnehmen und plant dies nun für Ende 2021. Die Entscheidung verzögert sich, weil das Unternehmen seinen Antrag für die Autofabrik erweitert hat, unter anderem um den für eine Batteriefabrik.

Tesla baut aber über mehrere vorzeitige Zulassungen für einzelne Schritte. "Das Landesamt für Umwelt (LfU) hatte bei der Überprüfung vor Ort festgestellt, dass mehrere Tanks vom Vorhabenträger errichtet wurden, obwohl es dafür keine Genehmigung gibt", erklärte der Ministeriumssprecher am Donnerstag. "Das LfU bereitet deshalb ein Bußgeldverfahren vor. Eine Inbetriebnahme der Tanks ist unzulässig. Das LfU prüft außerdem, ob weitere Maßnahmen erforderlich sind."

Der US-Elektroautobauer hatte auf der Baustelle außerdem zeitweise unterirdische Rohre ohne Genehmigung verlegt. Nach früheren Angaben aus Tesla-Konzernkreisen hieß es, der Autobauer sei davon ausgegangen, dass das Verlegen von Untergrundleitungen oberhalb des Grundwasserspiegels bereits durch einen Bescheid abgedeckt war. Tesla hatte auch zunächst mit Tests für Pfähle begonnen, obwohl es keine Genehmigung gab.

Quelle: ntv.de, mba/dpa

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