Wirtschaft

Finanzinvestor steht bereit Bei Beate Uhse geht's wohl weiter

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Beate Uhse ist seit Dezember 2017 in der Insolvenz.

(Foto: picture alliance / Julian Strate)

Licht am Ende des Tunnels für Beate Uhse: Der insolvente Sexartikel-Versender kann nach Lage der Dinge sein Kerngeschäft fortführen. Dieses soll durch den Finanzinvestor Robus Capital übernommen werden.

Beim insolventen Sexartikel-Versender Beate Uhse deutet sich die Rettung des Kerngeschäfts an. "Läuft alles nach Plan, wird der Finanzinvestor Robus Capital Anfang Mai die werthaltigen Teile des Unternehmens übernehmen", sagte der Generalbevollmächtigte des Unternehmens, Georg Bernsau, der "Wirtschaftswoche".

Beate Uhse
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Laut Bernsau könnten damit rund 150 Arbeitsplätze bei Beate Uhse erhalten bleiben. Der Plan sehe vor, dass alle werthaltigen und überlebensfähigen Teile des Konzerns in eine neue Tochtergesellschaft namens be you GmbH überführt würden. "Die neue Gesellschaft wird über zwei Kapitalerhöhungen mit Geld versehen, um den Kauf und den Fortbestand zu finanzieren."

Nach der Übertragung solle das Geschäft neu aufgestellt werden. So sollen Zentralfunktionen wie Controlling und Marketing wieder zurück nach Deutschland verlagert und die Logistik ausgegliedert werden. Geplant sei auch, die IT zu erneuern, den Verkauf über externe Online-Plattformen wie Amazon anzukurbeln sowie den Anteil der Eigenmarken am Umsatz auszubauen, berichtet die "Wirtschaftswoche". Die Gläubiger werden ihr Geld derweil weitgehend verlieren.

Niedergang begann mit dem Internet

Beate Uhse hatte im Dezember 2017 Insolvenz in Eigenverwaltung  angemeldet. Der Konzern steckt seit 2015 in den roten Zahlen.

Die Firma wurde 1946 von der früheren Luftwaffenpilotin Beate Rotermund-Uhse gegründet. 1962 eröffnete sie den ersten Sexshop der Welt im schleswig-holsteinischen Flensburg. Mit dem Internet begann aber der Niedergang des einst größten Erotik-Konzerns in Europa, da Sexfilme quasi überall kostenlos heruntergeladen werden können. Das Geschäft schrumpfte rapide.

Das Unternehmen, für das in Spitzenzeiten mehr als 800 Menschen arbeiteten, zählt heute 345 Mitarbeiter in sieben Ländern. Für 2017 hatte der Vorstand nur noch Erlöse von deutlich unter 100 Millionen Euro geplant, einige Jahre vorher waren es noch mehr als 200 Millionen Euro.

Quelle: n-tv.de, wne/rts/DJ

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