Wirtschaft

Hohe Rückstellungen Bei Daimler wachsen die Sorgenfalten

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Daimler legt immer mehr Geld für böse Überraschungen zur Seite.

(Foto: imago images/Arnulf Hettrich)

Daimler bereitet sich offenbar auf weitere Ausgaben vor, die nur mittelbar etwas mit dem aktuellen Tagesgeschäft zu tun haben. Diese Kosten hatten bereits zuletzt massiv das Ergebnis belastet. Hinzu kommen nun Befürchtungen, dass das Coronavirus spürbare Folgen für den Konzern haben könnte.

Der Autohersteller Daimler fürchtet steigende Belastungen durch den Dieselskandal. Der Konzern stockte seine Rückstellungen für Haftungs- und Prozessrisiken sowie behördliche Verfahren um mehr als Doppelte auf inzwischen knapp fünf Milliarden Euro auf, wie aus dem Geschäftsbericht hervorgeht. Bereits im vergangenen Jahr hatten die zunehmenden Risiken im Diesel-Abgasskandal die Bilanz des Autobauers verhagelt. Trotz eines Absatzrekords sackte der Nettogewinn um fast zwei Drittel auf 2,7 Milliarden Euro ab.

Neben hohen Rechtskosten im Dieselskandal, schwacher Konjunktur und hoher Investitionen lag das auch an eigenen Fehlern in Produktion und Modellpolitik bei Mercedes-Benz-Pkw und Vans. Der neue Konzernchef Ola Källenius musste seit seinem Amtsantritt im Mai drei Gewinnwarnungen veröffentlichen. Vor allem wegen seines Aufstiegs an die Konzernspitze erhielt Källenius jedoch mit 3,53 Millionen Euro eine deutlich höhere Vergütung. Sein Vorgänger Dieter Zetsche erhielt 2019 noch 3,8 Millionen Euro. Insgesamt ging die Vorstandsvergütung leicht auf 23 Millionen Euro zurück.

Weiteres Ungemach droht den Stuttgartern derweil durch den Ausbruch des Coronavirus. Er könne zu signifikanten Rückgängen des Wirtschaftswachstums in China und anderen asiatischen Ländern führen, hieß es im Risiko- und Chancen-Teil des Geschäftsberichts. "Risiken für den Daimler-Konzern können dabei nicht nur die Absatzentwicklung betreffen, sondern auch zu erheblichen Beeinträchtigungen der Produktion, des Beschaffungsmarkts und der Zulieferkette führen." Ein Grund für den im laufenden Jahr erwarteten leichten Rückgang des Pkw-Absatzes sei die Virus-Epidemie.

Auch die neuen CO2-Grenzwerte könnten zur Belastung für den Autobauer werden. 2019 stiegen die CO2-Emissionen der Daimler-Pkw-Flotte in Europa auf 137 Gramm je Kilometer. Dazu trug die geringere Beliebtheit von Dieselautos bei. Auch durch das neue Messverfahren WLTP verschlechtert sich der CO2-Flottendurchschnitt. "Nach heutigem Kenntnisstand erschwert dies die Erreichung der CO2-Ziele ab 2020", erklärte Daimler. Verfehlt der Stuttgarter Konzern die von der EU verordneten Grenzwerte, werden Strafzahlungen fällig.

Quelle: ntv.de, jwu/rts