Wirtschaft

Beförderungsabkommen gekündigt Bei Lufthansa und Condor bahnt sich Zoff an

Condor fallen die Zubringerflüge der Lufthansa ab Mai weg.

Condor fallen die Zubringerflüge der Lufthansa ab Mai weg.

(Foto: imago images/Hans Blossey)

Die Lufthansa will keine Condor-Passagiere mehr fliegen. Nahtlose Gesamtreisen mit nur einem Ticket sind daher ab Sommer nicht mehr möglich. Während die Kranich-Airline so seine Auslastung in die Höhe schrauben will, vermutet der Konkurrent den Ausbau der Monopolstellung.

Zwischen den Fluggesellschaften Condor und Lufthansa bahnt sich ein scharfer Konflikt an. Die Lufthansa hat zum Sommer ein langjähriges Abkommen über Zubringerdienste zu Condor-Langstreckenflügen gekündigt, wie beide Seiten in Frankfurt bestätigten.

Nahtlose Gesamtreisen mit durchgechecktem Gepäck und nur einem Ticket wären damit für die Umsteiger unter den Condor-Gästen nicht mehr möglich. Condor könnte dann eine Strecke wie beispielsweise Hamburg-Frankfurt-Jamaika nicht mehr anbieten, weil sie die notwendigen Zubringerflüge nicht mehr intern bei der Lufthansa zu buchen könnte. Das könnte auch das Veranstalter-Geschäft mit Pauschalreisen beeinflussen.

Eine Condor-Sprecherin betonte, dass die Vereinbarung zunächst bis Ende Mai uneingeschränkt weiter gelte. Man prüfe derzeit Optionen für die Zeit danach. Die mit Steuergeldern gerettete Lufthansa versuche mit der Kündigung, ein ebenfalls vom Staat gestütztes Unternehmen aus dem Markt zu drängen und die eigene Monopolstellung auszubauen.

Ein Lufthansa-Sprecher begründete das Vorgehen damit, dass man gerade im Zeichen der Corona-Krise die eigenen Flugzeuge auslasten müsse. Schon vor der Pandemie hatte der MDax-Konzern angekündigt, mehr touristische Ziele auch auf der Langstrecke anfliegen zu wollen. Erste Versuche mit der Tochter Eurowings sollen ausgebaut werden mit dem auch intern umstrittenen Projekt "Ocean".

Quelle: ntv.de, mba/dpa