Wirtschaft

Umsatz soll dennoch steigen Beiersdorf will Coronavirus trotzen

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Beiersdorf unterhält unter anderem in Berlin ein Geschäft für seine Creme Nivea.

(Foto: imago/Schöning)

Der Nivea-Produzent Beiersdorf spürt zunehmend Gegenwind durch das Coronavirus. Doch auch der Wettbewerb wird schärfer. Durch gezielte Zukäufe sollen neue Kundenschichten erschlossen werden.

Der Kosmetikhersteller Beiersdorf stellt sich wegen des Coronavirus auf unsichere Zeiten ein. Die Auswirkungen der Epidemie könnten zwar noch nicht quantifiziert werden, erklärte Konzernchef Stefan De Loecker. Gleichwohl sei bereits abzusehen, dass sich der Gegenwind verstärken werde. Dazu trage auch der zunehmende Wettbewerb in einigen Märkten bei. Dennoch will der Dax-Konzern in diesem Jahr wieder mehr umsetzen und dabei die Ertragskraft stabil halten.

Im vergangenen Jahr sorgten Investitionen in neue Produkte und Zukäufe dafür, dass das Betriebsergebnis leicht schrumpfte. Das operative Ergebnis sank um ein halbes Prozent auf rund 1,1 Milliarden Euro. Der Umsatz legte organisch um 4,1 Prozent auf 7,65 Milliarden Euro.

Während die Einnahmen im Kosmetikgeschäft um 4,8 Prozent stiegen, hinkte die Klebstoffsparte erwartungsgemäß hinterher, weil hier das Geschäft mit der kriselnden Autoindustrie schon länger unter Druck steht. Der Umsatz von Tesa stieg deshalb nur marginal um 0,8 Prozent. Die operative Rendite der Tochter sank laicht auf 15,3 Prozent. Im Kerngeschäft mit Marken wie Niveau, Eucerin und La Prairie sank die Ebit-Marge sogar um einen ganzen Prozentpunkt auf 14,3 Prozent.

Unter dem Strich verbuchte der Konzern einen Gewinn von 795 Millionen Euro - fünf Prozent mehr als vor Jahresfrist. An die Aktionäre sollen davon unverändert 0,70 Euro je Anteilsschein gehen.

Kunden wandern von Massenmarken ab

Mit der Prognose eines organischen Umsatzwachstums zwischen drei und fünf Prozent sind die Hamburger optimistischer als Konkurrent Henkel. Der Hersteller von Pritt und Persil aus Düsseldorf erwartet für 2020 ein organisches Wachstum von bis zu zwei Prozent. Henkel kämpft mit Problemen im Kosmetikgeschäft sowie mit dem Abschwung bei wichtigen Kunden seiner Klebstoffsparte wie etwa der Automobilindustrie.

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Konzernchef De Loecker will den Hamburger Traditionskonzern stärker auf Veränderungen in der Kosmetikbranche ausrichten, in der die Kundschaft vermehrt von Massenmarken wie Nivea abwandert. Beiersdorf setzt deshalb verstärkt auf Innovationen wie etwa eine spezielle Hautpflege für Tätowierungen. Auch sollen vermehrt Naturkosmetika angeboten werden.

Für neue Produkte, Zukäufe und die Digitalisierung macht Beiersdorf 70 bis 80 Millionen Euro im Jahr locker. Zuletzt hatte der Konzern sein Geschäft auch mit einer Übernahme ausgebaut. Die Sonnenschutzmarke Coppertone ergänzt nun das Produktangebot, vor allem das Geschäft in Nordamerika soll so gestärkt werden. Zudem steckt der Konzern 220 Millionen Euro in den Bau eines neuen Werks der Marke Florena nördlich von Leipzig.

Quelle: ntv.de, jwu/rts