Krieg in Nahost verteuert BenzinSprit-Preise auf höchstem Stand seit zwei Jahren - Schlangen an Zapfsäulen
An deutschen Tankstellen kosten Benzin und Diesel so viel wie fast zwei Jahre nicht mehr. Dafür sorgt vor allem der eskalierende Konflikt im Nahen Osten. Die Sorge vor Engpässen könnte die Preise noch weiter in die Höhe treiben. Andere Förderstaaten wollen nun gegensteuern.
Die Eskalation im Nahen Osten treibt auch die Preise an deutschen Tankstellen. Der ADAC berichtete am Vormittag von einem deutlichen Preisanstieg seit Freitag. Ein Liter Super E10 kostete demnach im bundesweiten Schnitt Ende vergangener Woche 1,780 Euro, am Sonntag 1,791 Euro und am heutigen Vormittag 1,830 Euro, wie eine Sprecherin sagte. Beim Diesel stieg der Preis von 1,749 Euro auf 1,801 Euro am Montag. "Wir rechnen damit, dass es weiter nach oben geht", sagte die Sprecherin.
Der Sprecher des Tankstellen-Interessenverbands, Herbert Rabl, berichtete von einem großen Andrang an den Tankstellen: "Überall in Deutschland gibt es lange Schlangen an den Tankstellen." Das sei bereits am Sonntag zu beobachten gewesen und werde sich am Montag noch fortsetzen. "Alle Leute machen sich Sorgen", sagte Rabl weiter. Die Tankstellenpächter "rechnen fest damit, dass die Preise weiter steigen werden. "Leider" sei auch zu erwarten, dass die Großkonzerne "noch einmal einen Schluck aus der Pulle nehmen werden", sagte Rabl weiter. Sie würden noch einmal "zwei bis drei Prozent" auf die Preise aufschlagen, die sie selbst wegen des Kriegs mehr zahlen müssten. Der Tankstellen-Interessenverband steht für rund 1000 Tankstellen-Pächter in Deutschland.
Der bisherige Anstieg bei den Spritpreisen fiel dabei deutlich schwächer aus als bei Rohöl oder Heizöl, die jeweils deutlich zulegten. Dazu könnte beigetragen haben, dass der Spritpreis zuletzt nach damaliger Einschätzung des ADAC im Vergleich zu Ölpreis und Dollarkurs bereits verhältnismäßig hoch war. Dennoch sei zu befürchten, dass die Preise noch weiter steigen würden, sagte ein Sprecher aktuell.
Die Tagesdurchschnitte von 1,794 Euro pro Liter E10 und 1,759 Euro pro Liter Diesel sind die höchsten Werte seit fast zwei Jahren. E10 war zuletzt Ende Mai 2024 teurer, Diesel zuletzt Anfang April 2024.
Der Ölpreis ist – in Kombination mit dem Dollarkurs – typischerweise der wichtigste Treiber für Veränderungen beim Sprit. Die Eskalation des Konflikts treibt den Ölpreis unter anderem auch deswegen, weil der Iran den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus eingeschränkt hat. Rund ein Fünftel der globalen Öltransporte passiert täglich die Meerenge in der ölreichen Region am Persischen Golf. Jede Störung kann die Energiepreise steigen lassen und die internationalen Märkte verunsichern.
Allerdings hat der Ölverbund Opec+, in dem neben Staaten der Opec auch andere wichtige Förderstaaten wie Russland organisiert sind, am Sonntag beschlossen, die Tagesproduktion zu erhöhen, um Engpässe und zu starke Preisanstiege zu verhindern. Der Schritt war aber nicht mit der aktuellen Eskalation begründet worden.
