Wirtschaft

Partnerwechsel?Bericht: VW beendet Allianz mit Bosch für autonomes Fahren

29.06.2026, 08:20 Uhr
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Beim Fahren auf dem sogenannten Level 2++ muss das Lenkrad in der Regel nicht festgehalten werden. (Foto: picture alliance/dpa)

Während es in den USA schon vielerorts praktiziert wird, bleibt das autonome Fahren in Deutschland größtenteils noch Zukunftsvision. Bei einer bedeutenden Industrie-Allianz für autonomes Fahren stehen die Zeichen nun offenbar auf Umbruch.

Volkswagen steht einem Zeitungsbericht zufolge vor dem Ausstieg aus der Entwicklungspartnerschaft für autonomes Fahren mit dem Zulieferer Bosch. Der Autobauer wolle die "Automated Driving Alliance" (ADA) beenden, berichtete die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf Insider. Gründe seien dem Bericht zufolge mangelnde Fortschritte und der Sparzwang. Obwohl rund 1,5 Milliarden Euro in das Projekt geflossen seien, gelte die Technik intern als nicht wettbewerbsfähig. Besonders beim sogenannten Level 2++, dem Fahren ohne Hände am Lenkrad im Stadtverkehr, sehe VW einen erheblichen Abstand zur Konkurrenz.

Ein Sprecher der VW-Softwaretochter Cariad sagte der Zeitung, das Unternehmen prüfe grundsätzlich regelmäßig seine Entwicklungspartnerschaften und bewerte fortlaufend, ob diese noch zu den strategischen Zielen passten. Insbesondere bei hoch entwickelten Assistenzsystemen hätten sich Markt und Technologie anders entwickelt als zu Beginn der Zusammenarbeit erwartet. Zu vertraulichen Gesprächen äußere man sich nicht. Von Bosch lag zunächst keine Stellungnahme vor.

Um Kosten zu senken und schneller Boden gutzumachen, wolle der Konzern nun Hard- und Software von einem neuen Partner einkaufen, anstatt sie selbst zu entwickeln, hieß es weiter. Bis Ende September solle ein Vertrag über die Zusammenarbeit stehen. Die Bosch-Allianz solle frühestens am 29. Juni endgültig gekündigt werden. Die Kooperation war Anfang 2022 als Großprojekt gestartet worden, um im Rennen um das autonome Fahren den Rückstand auf Konkurrenten wie Tesla und Mercedes-Benz aufzuholen. Mehr als 1000 Fachleute beider Unternehmen sollten eine gemeinsame Software-Plattform für Fahrerassistenzsysteme erarbeiten, um diese später auch anderen Herstellern anzubieten.

In den USA wird autonomes Fahren schon in beträchtlichem Umfang als kommerzielle Dienstleistung angeboten - wie auch in China. In den Vereinigten Staaten ist Marktführer Waymo seit sechs Jahren dabei, das Geschäft von Robotaxis schrittweise aufzubauen. Die Google-Tochter bietet ihren Mobilitätsdienst unter anderem in Phoenix, San Francisco und Los Angeles an. In China erhielt Baidu als erster Anbieter 2022 eine Lizenz für kommerzielle Dienste in Wuhan und Chongqing, Shenzhen und Peking folgten.

Quelle: ntv.de, mpe/rts

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