Wirtschaft

Wachablösung im Städteranking Berlin lässt München hinter sich

Wie gut sind Deutschlands Metropolen für die Zukunft aufgestellt? Eine Analyse der regionalen Perspektiven deckt auf, wie unterschiedlich sich die 30 größten deutschen Städte entwickeln. München steigt in der Rangliste ab. Auf Platz 1 macht sich ein Aufsteiger breit.

Die Anziehungskraft der urbanen Konjunkturzentren hält an: In den Städten wachsen Wirtschaftskraft und Einwohnerzahlen weiter deutlich schneller als im bundesweiten Durchschnitt. Schon jetzt lebt fast ein Viertel der Bevölkerung in einer der derzeit 30 größten Ballungsräume. Dabei kämpfen die Metropolen teils mit ganz eigenen Trends und Problemen, wie das aktuelle Städteranking des Hamburger Wirtschaftsforschungsinstituts HWWI und der Berenberg Bank belegt.

Neu auf Platz 1 der Rangliste taucht in diesem Jahr die mit Abstand bevölkerungsreichste Großstadt des Landes auf: Die Bundeshauptstadt kann der Studie zufolge im Direktvergleich unter den 30 größten deutschen Städten die derzeit besten Zukunftsaussichten vorweisen. "Berlin hat sich zu einer der dynamischsten Städte Deutschlands entwickelt", fasste Berenberg-Chef Hans-Walter Peters die Lage bei der Vorstellung der Studie zusammen. Die Spreemetropole führt erstmals seit Beginn der Studienreihe im Jahr 2008 die Rangliste an.

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Berlin punktete mit einem vergleichsweise hohen prozentualen Bevölkerungsanstieg, dem höchsten Wachstum bei der Erwerbstätigkeit aller 30 Städte und einer deutlichen Verbesserung der Produktivität. Für die Rangliste werden "wesentliche Wettbewerbs- und Standortfaktoren" wie Bildung, Innovation, Internationalität und Erreichbarkeit sowie die Entwicklung von Produktivität und Bevölkerung analysiert.

Erstmals tauchen mit Berlin, Dresden und Leipzig drei ostdeutsche Städte in der Spitzengruppe der stärksten 10 auf. Leipzig belegt in der Gesamtschau wie 2017 sogar Rang zwei und verfehlte den Spitzenplatz nur knapp. Keine andere Stadt unter den Top 30 habe sich in den vergangenen Jahren so dynamisch entwickelt, heißt es in der Studie. Dresden landet diesmal auf Platz 7 und liegt damit vor Augsburg, Stuttgart und Düsseldorf.

"Es ist erfreulich zu sehen, dass die größten Städte im Osten Deutschlands, also Leipzig und Dresden und insbesondere auch Berlin, es 30 Jahre nach dem Mauerfall geschafft haben, sich im deutschen Städtevergleich ganz oben zu positionieren, und gute Zukunftsaussichten aufweisen", kommentierte Peters die Entwicklung.

Regionale Wirtschaftsmotoren

"Die Zukunftsfähigkeit Deutschlands hängt maßgeblich von den ökonomischen und demografischen Entwicklungen seiner großen Städte ab", betonte er. "In ihnen konzentrieren sich die wirtschaftlichen Aktivitäten unseres Landes, hier wird das Wachstum ganzer Regionen forciert und angetrieben." Im Falle von München dagegen machen die Autoren der Studie "erste Grenzen des Wachstums" aus: die bayerische Landeshauptstadt rutschte auf Platz drei.

Insgesamt hätten sich die Abstände zwischen der Spitze des Feldes und dem Schlusslicht Gelsenkirchen verringert. Allerdings alterten viele der großen Städte Nordrhein-Westfalens, aber auch Kiel und Hannover, merklich. "In diesen Städten kann der Rückgang der Erwerbspersonen in der Folge zu stärkeren Einbrüchen bei der ökonomischen Leistungsfähigkeit der Städte führen", geben die Autoren zu bedenken.

Veränderungen innerhalb der "Kernstädte großer Metropolregionen" wie etwa Berlin, Hamburg, München, Köln oder Frankfurt am Main seien dabei auch für das Umland von enormer Bedeutung. Städte ziehen weiterhin vor allem junge und gut ausgebildete Bevölkerungsschichten an. Jede einzelne der 30 größten Städte Deutschlands dürfte in den kommenden Jahren bei den unter 20-Jährigen hinzugewinnen.

Quelle: n-tv.de, mmo/dpa

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