Wirtschaft

Millionen für die Bildung Bertelsmann investiert in Kalifornien

61831375.jpg

Gründer und Chef von Udacity: Sebastian Thrun.

picture alliance / dpa

Online zum Uni-Abschluss? Ein Start-up aus dem Silicon Valley will Fachwissen im Internet verfügbar machen. Das Konzept überzeugt Geldgeber aus Deutschland. "Udacity" passt für Bertelsmann perfekt in den Plan.

*Datenschutz

Der deutsche Medienkonzern Bertelsmann baut die neue Bildungssparte aus. Das Unternehmen aus Gütersloh beteiligte sich an einer Finanzierungsrunde über insgesamt 105 Millionen Dollar (rund 98 Millionen Euro) an der Online-Akademie Udacity. Die Deutschen steigen damit zu einem der größten Anteilseigner auf.

Zur genauen Investitionssumme machte Bertelsmann keine Angaben. Laut Unternehmenskreisen sollen die Gütersloher rund 75 Prozent der Summe beigesteuert haben. Die US-Kartellbehörden müssen dem Deal noch zustimmen, teilte Bertelsmann mit. Der Buchwert von Udacity liegt damit bei rund einer Milliarde Dollar.

Erstmals hatte Bertelsmann 2014 in die Firma investiert. Udacity bietet Online-Kurse an, mit denen sich Bewerber auf Berufe im Technologiesektor vorbereiten können. Nach erfolgreicher Teilnahme an einem Kurs erhalten Studierende ein fachspezifisches Zertifikat in Form eines sogenannten "Nanodegrees".

Bei Arbeitgebern in der Tech-Branche genießen solche Zusatzqualifizierungen einen guten Ruf. Auf diese Weise können sich Fachkräfte in den USA auch ohne Uni-Anbindung in Richtung eines herkömmlichen Hochschulabschlusses weiterbilden - ohne den Weg über die meist sehr kostspieligen Hochschulen zu gehen.

Der Kopf dahinter: Sebastian Thrun

Das Startup aus Mountain View in Kalifornien wurde 2011 von dem deutschen Informatiker Sebastian Thrun, einem ehemaligen Stanford-Professor und Google-Manager, gegründet. Thrun ist auch einer der Väter des Programms für selbstfahrende Autos bei Google. Der Internetkonzern hat seinen Sitz ebenfalls in Mountain View.

Seit September bündelt Bertelsmann das Bildungsgeschäft in einer eigene Sparte. Neben Medien wie der RTL-Group, dem Buchkonzern Penguin Random House und dem Verlag Gruner + Jahr sowie Dienstleistungen soll die Bertelsmann Education Group mit Sitz in New York die dritte Geschäftssäule werden und mittelfristig eine Milliarde Euro umsetzen. 2014 hatte das Familienunternehmen mit rund 112.000 Mitarbeitern einen Gesamtumsatz von 16,7 Milliarden Euro erwirtschaftet.

Quelle: n-tv.de, mmo/dpa

Mehr zum Thema