Wirtschaft

Stephen King für Gütersloh Bertelsmann kauft US-Verlagsgruppe

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Stephen King könnte bald im Bertelsmann-Konzern veröffentlichen.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Für einen neuen Zukauf greift der Medienkonzern tief in die Tasche. Für rund zwei Milliarden Dollar wechselt die US-Verlagsgruppe Simon&Schuster mit Starautor Stephen King den Besitzer. Damit schmiedet Bertelsmann ein Unternehmen, das jedes dritte Buch auf dem US-Markt verkauft.

Der Medienkonzern Bertelsmann verstärkt sein Verlagsgeschäft mit einem milliardenschweren Zukauf. Für fast 2,2 Milliarden Dollar in bar übernimmt die Tochtergesellschaft Penguin Random House den US-Verlag Simon & Schuster von ViacomCBS, wie beide Seiten mitteilten.

Penguin Random House ist nach Verkaufszahlen bereits der größte Buchverlag in den USA. Jetzt kommen mit Simon & Schuster Umsätze in der Größenordnung von über 800 Millionen Dollar und wichtige Autoren hinzu. Bertelsmann zahlt den Kaufpreis aus seinen liquiden Mitteln. Mit einem Abschluss wird im nächsten Jahr gerechnet. Der Verlag soll eigenständig unter dem Dach von Penguin Random House weitergeführt werden.

"Mit diesem Zukauf gelingt uns nach der Komplettübernahme von Penguin Random House im April dieses Jahres ein weiterer strategischer Meilenstein zur Stärkung unserer globalen Inhaltegeschäfte", sagte Bertelsmann-Vorstandschef Thomas Rabe laut Mitteilung.

Obama, Brown, Steel, Irving, King und Woodward

ViacomCBS hatte Simon & Schuster im März zum Verkauf gestellt, um mit den Erlösen in seine Streaming-Angebote investieren zu können. Auch Harpercollins, Tochter der News Corp und zweitgrößter Buchverlag der USA, habe Interesse an Simon & Schuster gehabt, wie Insider sagten.

Mit dem Deal entsteht ein Verlag, der fast ein Drittel aller Bücher in den USA verkauft. Zu den Autoren, die Penguin Random House unter Vertrag hat, zählen der frühere US-Präsident Barack Obama und seine Frau Michelle sowie Dan Brown und Danielle Steel. Zu den Autoren von Simon & Schuster gehören John Irving, Stephen King und Bob Woodward.

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Dem Verlag waren zuletzt mehrere politische Bestseller gelungen, darunter das Buch der Trump-Nichte Mary L. Trump mit dem Titel "Too Much and Never Enough" sowie die Erinnerungen des früheren Trump-Sicherheitsberaters John Bolton "The Room Where It Happened: A White House Memoir".

Bertelsmann und seine Fernsehtochter RTL Group spüren derzeit wie alle Medienunternehmen die Folgen der Virus-Pandemie. Rabe hatte allerdings jüngst betont: "Die Zahlen im dritten Quartal zeigen einen deutlichen Aufwärtstrend und stimmen uns zuversichtlich für das wichtige vierte Quartal." Zwischen Juli und September sei der Bertelsmann-Umsatz organisch um rund 1,6 Prozent gewachsen. Dennoch sanken die Erlöse in den ersten neun Monaten insgesamt um 6,3 Prozent auf zwölf Milliarden Euro.

Quelle: ntv.de, jwu/rts