Wirtschaft

Bestellung von weiteren 120 JetsMerz kündigt chinesischen Großauftrag für Airbus an

25.02.2026, 15:08 Uhr
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Der Bundeskanzler hat in China einige Vertragsabschlüsse im Blick. (Foto: via REUTERS)

Mit großer Wirtschaftsentourage ist der Bundeskanzler auf Staatsbesuch in Peking. Für Europas Flugzeugbauer Airbus hat der Kanzler gute Nachrichten. Ein Zusatzauftrag von 120 weiteren Jets sei in trockenen Tüchern. Weitere Verträge seien in Arbeit.

Bundeskanzler Friedrich Merz hat bei seinem Besuch in Peking einen chinesischen Großauftrag für den europäischen Flugzeugbauer Airbus angekündigt. "Wir haben gerade die Nachricht bekommen, dass die chinesische Führung bei dem Unternehmen Airbus eine größere Zahl weiterer Flugzeuge bestellen wird", sagte Merz in Peking nach seinem Treffen mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping. "Es wird insgesamt bis zu 120 zusätzliche Flugzeuge geben, die bei Airbus bestellt werden."

Merz wird bei seinem Antrittsbesuch in China von einer großen Wirtschaftsdelegation begleitet. Es sei in Peking auch für andere Unternehmen "ganz konkret" um neue Verträge gegangen, sagte der Kanzler. "Wir haben weitere Verträge in Aussicht, die geschlossen werden." Diese seien "aber noch nicht endgültig entschieden".

Konkrete Verträge seien "nicht der alleinige Grund" seiner Reise, betonte Merz. "Wir wollen insgesamt die Erfolgsgeschichte der Zusammenarbeit zwischen China und Deutschland fortsetzen." Dies geschehe aber nicht von allein. "Dafür braucht es zum Beispiel einen geregelten Zugang zu unseren Märkten. Der Wettbewerb zwischen den Unternehmen muss fair sein", mahnte Merz.

Merz beklagt Unwucht bei Handelsbilanz

"Wir benötigen Transparenz, wir benötigen Verlässlichkeit" und es müssten "gemeinsam gesetzte Regeln" gelten, fuhr Merz fort. Er habe in seinen Gesprächen mit der chinesischen Führung darauf hingewiesen, "dass wir ein ziemliches Ungleichgewicht in der Handelsbilanz seit etwa zwei Jahren haben". Diese Ungleichgewichte, "die vor allen Dingen aus Überkapazitäten in China entstanden sind", müssten abgebaut werden. "Wir wollen außerdem weiter über Zugangsbeschränkungen und über Exportrestriktionen sprechen", kündigte der Kanzler an.

Wegen des starken Anstiegs chinesischer Importe würden in Europa Rufe nach Schutz laut, sagte Merz. "Ich möchte so wenig wie möglich Schutz und Protektion", betonte der Bundeskanzler. "Wir möchten einen möglichst offenen, fairen, freien Handel." China betreibe erfolgreich eine aktive Industriepolitik. "Das ist ihr gutes Recht und wir tun das auch. Wichtig dabei ist ein fairer Wettbewerb", sagte Merz. Deutsche und europäische Unternehmen berichteten von "unvollständiger Marktöffnung in bestimmten Sektoren", sagte Merz. "Wir begrüßen ganz generell jede weitere Marktöffnung." Davon würden beide Volkswirtschaften profitieren.

China ist Deutschlands wichtigster Handelspartner, die Bilanz ist allerdings höchst unausgewogen: Chinas Exporte nach Deutschland übersteigen die Importe deutlich. Im vergangenen Jahr führte Deutschland erstmals mehr als doppelt so viel aus China ein, wie es im selben Zeitraum dorthin ausführte. Merz rief chinesische Unternehmen bei seinem Besuch in Peking zu Investitionen in Deutschland auf. "Wir wollen chinesische Investitionen in Deutschland. Wir wollen Arbeitsplätze in Deutschland mit chinesischen Investitionen", sagte er.

Quelle: ntv.de, mau/AFP

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