Wirtschaft

Corona-Krise verschärft Probleme Bis zu zwölf Regionalflughäfen droht das Aus

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Der Flughafen Frankfurt/Hahn hat wirtschaftlich schon bessere Zeiten gesehen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Ist das deutsche System der Regionalflughäfen ökonomisch nachhaltig? Eine neue Studie verneint das. Schlimmer noch: Die Coronavirus-Pandemie und ihre Folgen verschärfen die wirtschaftliche Krise der meisten Airports noch. Eine Pleitewelle droht.

Infolge der Corona-Krise könnten in Deutschland mehrere subventionierte Regionalflughäfen vor der Pleite stehen. Auf kurze Sicht sei die Existenz von sieben der untersuchten 14 Regionalflughäfen bedroht, warnt eine Studie, die das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft für die Umweltorganisation BUND erstellt hat und die der "Süddeutschen Zeitung" vorliegt.

Auf mittlere Sicht drohe sogar zwölf der Flughäfen, die auf substanzielle staatliche Beihilfen angewiesen sind, das Aus. Besonders kritisch stuft die Studie die Aussichten für die Flughäfen Frankfurt-Hahn, Kassel-Calden, Niederrhein-Weeze, Paderborn/Lippstadt, Rostock-Laage, Erfurt-Weimar und Saarbrücken ein.

System ökonomisch nicht nachhaltig

Die Corona-Krise sei dabei nur Teil des Problems: Mit 24 Hauptverkehrsflughäfen, darunter die Regionalflughäfen, seien in Deutschland im Luftverkehr massive Überkapazitäten aufgebaut worden, heißt es in dem Papier weiter. Höchstens 100 Bahnminuten lägen die großen internationalen Verkehrsflughäfen des Landes von den kleineren Standorten entfernt.

Zur stärkeren Konkurrenz kämen härtere Vorgaben der Politik: Schon seit Jahren können die meisten der kleinen Flughäfen in Deutschland nur mit hohen Subventionen überleben. Die EU hatte bereits 2014 beschlossen, dass mit dem Ausgleich von Betriebsverlusten über Steuergelder 2024 endgültig Schluss sein müsse, zudem ziehen sich Billigflieger von den Regionalflughäfen zurück. So drohte Ryanair mit dem Rückzug von den deutschen Flughäfen Frankfurt-Hahn und Weeze.

Das System der Regionalflughäfen sei ökonomisch nicht nachhaltig, nicht bedarfsgerecht und klimapolitisch bedenklich, ist die Schlussfolgerung der Analyse der Umweltorganisation. Die Autoren fordern vom Bund nun ein Flughafenkonzept und die Definition von nur noch acht Airports, die wirklich gebraucht werden - ein Drittel der heutigen Zahl.

Quelle: ntv.de, bad/rts