Wirtschaft

Unschöne Woche Bitcoin muss Prügel einstecken

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Das tut weh.

(Foto: REUTERS)

Nach dem rasanten Aufstieg rutscht der Bitcoin kräftig ab. Erst verdirbt Elon Musk die Stimmung, dann legt Bill Gates nach. Und schließlich kritisiert US-Finanzministerin Janet Yellen die Kryptowährung.

Das nennt man wohl Vollbremsung: Bitcoin hat sich diese Woche um rund 20 Prozent verbilligt und hat damit so viel eingebüßt wie seit vergangenem März nicht mehr. Damals hatte ein Corona bedingter Ausverkauf an den Märkten für einem allgemeinen Kursrutsch geführt.

Auch für andere Kryptowährungen ging es letzte Woche abwärts - die rasante Rally erlebt damit einen deutlichen Rücksetzer. Der "Bloomberg Galaxy Crypto Index", der die Kursentwicklung der wichtigsten Digitalwährungen abbildet, fiel um 23 Prozent. Die Woche hatte für Bitcoin bereits unerfreulich begonnen: Elon Musk hatte getwittert, der Bitcoin-Kurs erscheine ihm zu hoch. Gold sei besser. Daraufhin ging es abwärts.

Dabei gilt der Tesla-Gründer als Bitcoin-Fan. Die Rally, die Bitcoin auf rund 58.000 Dollar getrieben hatte, hatte er befeuert. Sie hatte richtig Fahrt aufgenommen, als er bekannt gab, Tesla habe 1,5 Milliarden Dollar in Bitcoin investiert.

Achterbahnfahrten sind bei Bitcoin allerdings nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Zudem hat die Volatilität an den Märkten in den letzten Tagen zugenommen - die Preise etwa von Aktien, Rohstoffen oder Anleihen schwanken stark. Der Hintergrund: Inflationsängste.

Derzeit sind sie an den Märkten das dominierende Thema. Dafür gibt es vor allem zwei Gründe: Zum einen sieht es so aus, als würde sich die Weltwirtschaft in diesem Jahr von der Corona-Rezession 2020 erholen. Zum anderen gibt es Befürchtungen, dass 1,9 Billionen Dollar schwere Konjunkturpaket von US-Präsident Joe Biden könne über das Ziel hinausschießen und die Konjunktur werde deshalb überhitzen. Beides würde eine Zinserhöhung der US-Notenbank Fed wahrscheinlicher machen.

"Sie sollten wahrscheinlich aufpassen"

Die jahrelange ultra lockere Geldpolitik der Notenbanken ist einer der wesentlichen Ursachen für die Kursrekorde am Aktienmarkt. Denn auf der Suche nach Rendite gab es kaum Alternativen. Steigende Zinsen sorgen in der Regel für Unruhe, denn sie machen beispielsweise Anleihen im Vergleich zu Aktien attraktiver.

Dass Bitcoin in diesem Umfeld einen Rücksetzer erleidet, ist bemerkenswert. Denn Anhänger der Kryptowährung sehen in ihr einen Inflationsschutz und einen sicheren Hafen in turbulenten Zeiten. Gerne bezeichnen sie Bitcoin deshalb als "digitales Gold". Gold allerdings hat sich in der vergangenen Woche als deutlich wertstabiler erwiesen. Der Kurs ging lediglich rund drei Prozent zurück.

Neben dem Tweet von Musk gab es für Bitcoin in den letzten Tagen weitere Stimmungsdämpfer. US-Finanzministerin Janet Yellen kritisierte die Digitalwährung in einem Interview mit dem zur New York Times gehörenden "Dealbook" als "extrem ineffizient". Und Microsoft-Gründer Bill Gates warnte vor den Tücken. "Wenn man nicht die reichste Person der Welt ist, sollte man keine Bitcoin kaufen", empfahl er im Gespräch mit Bloomberg Television. "Mein allgemeiner Tipp wäre: Wenn Sie weniger Geld als Elon haben, sollten sie wahrscheinlich aufpassen."

Quelle: ntv.de, jga

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