Wirtschaft

Jumbojet nutzt Technik der 80er Boeing 747 braucht für Updates Floppy-Disks

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Die Flieger mit dem charakteristischen Buckel war lange Zeit das größte Passagierflugzeug der Welt.

(Foto: picture alliance / dpa)

Das Aus der Boeing 747 ist beschlossene Sache, zu unrentabel und unflexibel soll das Flugzeug sein. Ein Blick in die Bordtechnik legt zudem offen, dass das legendäre Großraumflugzeug noch von Computertechnologie aus den 80er Jahren abhängt.

Seit Jahrzehnten steigt der legendäre Jumbo Jet 747 in die Lüfte, doch auch die Technologie des Großraumflugzeugs von Boeing stammt teilweise noch aus den Anfangsjahren der Computertechnik. Wichtige Softwareupdates werden immer noch über 3,5-Zoll-Diskettenlaufwerk aufgespielt, wie ein Video der Cyber-Sicherheitsfirma Pen Test Partners zeigt.

Das Video gewährt einen einzigartigen Einblick in die gesamte Luftfahrttechnik und Elektronik des Boeing-Fliegers. Zu sehen ist die rechenzentrumsähnliche Sektion unter dem Passagierdeck, bestehend aus modularen Blackboxen. Im Cockpit entdeckten Pen Test Partners dann ein 3,5-Zoll-Diskettenlaufwerk, mit dem wichtige Navigationsdaten geladen werden. Es handelt sich um eine Datenbank, die alle 28 Tage aktualisiert werden muss. Ein Techniker spielt jeden Monat die neuesten Aktualisierungen auf.

Ganz ungewöhnlich ist die veraltete Technologie in modern erscheinenden Fliegern nicht. Einige Fluggesellschaften haben sich mittlerweile von Disketten verabschiedet, andere sind beschäftigen weiter Ingenieure, die monatlich Updates zu Flughäfen, Flugwegen und Landebahnen hochladen.

In zwei Jahren ist Schluss mit der 747

Eine Modernisierung wird es bei 747-Modellen sicher nicht mehr geben. Die Herstellung wird 2022 auslaufen, wie Boeing jüngst mitteilte. Die Flieger mit dem charakteristischen Buckel war lange Zeit das größte Passagierflugzeug der Welt. In der Maschine finden mehr als 600 Menschen Platz.

Für viele Fluggesellschaften sind so große Flugzeuge allerdings angesichts des hohen Treibstoffverbrauchs nicht mehr rentabel. Sie setzen auf kleinere Maschinen, die ihnen mehr Flexibilität verschaffen. Boeing verwies auch auf den massiven Rückgang des Flugverkehrs infolge der Coronavirus-Pandemie - und die langfristigen Auswirkungen der Krise auf die Luftfahrt.

Der Boeing-Konkurrent Airbus hatte im Februar 2019 das Aus für seinen Riesenflieger A380 verkündet, der die Boeing 747 als größtes Passagierflugzeug der Welt abgelöst hatte. Der europäische Flugzeugbauer hatte damit die Konsequenzen aus der fehlenden Nachfrage nach dem doppelstöckigen Riesenjet gezogen.

Quelle: ntv.de, mba/dpa