Wirtschaft

Nach 737-Max-Abstürzen Boeing-Bestellungen brechen massiv ein

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Zwei Maschinen des Typs Boeing 737 Max waren in verheerende Abstürze verwickelt - ein weltweites Flugverbot folgte.

(Foto: picture alliance/dpa)

Das Flugverbot für die 737 Max wirkt sich massiv auf das Geschäft von Boeing aus: Der US-Hersteller erhält 2019 so wenige Aufträge wie seit 16 Jahren nicht mehr. Die Schwäche spielt dem wichtigsten Wettbewerber in die Hände.

Die nach zwei verheerenden Abstürzen weltweit mit Flugverboten belegte Baureihe 737 Max hat dem US-Luftfahrtriesen Boeing 2019 starke Geschäftseinbußen eingebrockt. Erstmals seit Jahrzehnten sanken die Aufträge in der Verkehrsflugzeugsparte sogar, wie der Airbus-Kontrahent in Chicago mitteilte. Unterm Strich büßte Boeing im Gesamtjahr 87 Bestellungen ein, weil es mehr Stornierungen als neue Aufträge gab. Der Konzern erhielt im vergangenen Jahr Aufträge für 246 Flugzeuge. Seit 2003 hat der Hersteller nicht mehr so wenige Order erhalten.

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Das Unternehmen konnte nicht auf Anhieb Auskunft geben, ob und wann es zuvor schon mal eine negative Jahresbilanz gab. "Dies ist in den vergangenen 30 Jahren definitiv nicht vorgekommen", sagte ein Sprecher dem US-Sender CNBC. Nach zwei Abstürzen des bis dahin gefragtesten Modelltyps 737 Max in Indonesien und Äthiopien, bei denen innerhalb weniger Monate insgesamt 346 Menschen starben, darf Boeings Bestseller seit Mitte März 2019 nicht mehr abheben. Die Auslieferungen brachen deshalb drastisch ein, im gesamten Jahr wurden nur 380 Verkehrsflugzeuge an die Kundschaft gebracht - über 50 Prozent weniger als im Vorjahr.

Erzrivale Airbus profitiert von Boeings Schwäche. Mit 768 neuen Aufträgen und 863 ausgelieferten Verkehrsfliegern übernahmen die Europäer 2019 die Weltmarktführerschaft vom US-Konkurrenten. Boeing steckt wegen des 737-Max-Debakels tief in der Krise. Ob und wann die Maschinen wieder abheben dürfen, ist unklar. Wegen der großen Ungewissheit um eine Wiederzulassung musste die Produktion gestoppt werden. Boeing-Chef Dennis Muilenburg wurde im Dezember gefeuert.

Quelle: ntv.de, agr/dpa/DJ