Wirtschaft

Ungewisse Zukunft der 737 Max Boeing droht Flugverbot bis 2020

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Die 737-Reihe ist das meistverkaufte Flugzeug von Boeing.

(Foto: picture alliance/dpa)

Seit Mitte März gilt ein weltweites Flugverbot für die Boeing 737 Max. Mit Software-Updates und verbessertem Pilotentraining will der Flugzeughersteller sein Unglücksmodell schnell wieder in die Luft bekommen. Experten glauben nicht daran.

Das Flugverbot für die Boeing 737 Max könnte sich deutlich länger hinziehen als geplant. Die Reparatur der Flugsteuerungssoftware sowie weitere Schritte, die nötig sind, um für das Mittelstreckenflugzeug wieder eine Betriebserlaubnis für die Passagierbeförderung zu bekommen, wird sich voraussichtlich bis ins Jahr 2020 erstrecken, sagen immer mehr Vertreter von US-Behörden und Flugbranche. Boeing ist bestrebt, seinen Jet noch in diesem Jahr wieder in Betrieb zu nehmen. Bislang gibt es dafür aber keinen festen Zeitplan.

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Boeing 341,67

Boeing muss die US-Aufsichtsbehörden davon überzeugen, dass alle Sicherheitsfragen geklärt sind. Nach dem jüngsten Szenario wird von Beobachtern erwartet, dass die globale Max-Flotte erst im Januar 2020 wieder in die Luft starten kann, sagten mehrere Vertreter der Flugaufsichtsbehörde FAA und Chefs von Pilotengewerkschaften. Das wäre ein ganzes Jahr, nachdem Boeing einen Update für die Trimm-Software MCAS angekündigt hatte. Das MCAS wird für die beiden Flugzeugabstürze mit hunderten Toten in Indonesien und Äthiopien verantwortlich gemacht.

Zuletzt hatten sich bei Boeing die Entwicklung und Zertifizierung der überarbeiteten Software und die Anpassungen beim Pilotentraining für die Maschine wiederholt verzögert. Die betroffenen Fluggesellschaften mussten sich immer wieder um Ersatz für die am Boden stehenden Maschinen bemühen. Boeing-Führungskräfte, FAA-Ingenieure und internationale Luftfahrtbehörden haben ihre Sicherheitsanalysen kontinuierlich erweitert, um eine wachsende Liste von Themen abzudecken. Einiges ist besonders kompliziert, weil auch frühere 737-Modelle eingeschlossen sind.

Fluggesellschaften rechnen zum Teil erst Ende des Jahres damit, ihre Max-Flugzeuge wieder fliegen zu können. American Airlines erklärte, bis zum 2. November sei der Typ aus den Flugplänen gestrichen, zwei Monate länger als nach dem bisherigen Plan. Es ist das fünfte Mal, dass die Airline den Max-Flugbetrieb verschoben hat, seit sie zum ersten Mal im März auf Geheiß der FAA Flüge absagen musste. United kündigte am Freitag ähnliches an, aber FAA-Vertreter und Beobachter sagen inzwischen, es sei unsicher, dass eine Rückkehr zum normalen Flugbetrieb im November möglich ist.

Quelle: n-tv.de, chr/DJ