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787-Auslieferung noch später? Boeing hat erneut Probleme bei Dreamlinern

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Boeing-787-Fertigung in Everett, USA: Die US-Bundesluftfahrtbehörde FAA hat Mängel an nicht ausgelieferten Dreamlinern festgestellt.

(Foto: imago images/Alastair Philip Wip)

Die Produktion der 737 Max und 787 des US-Flugzeugbauers Boeing wird seit Längerem von elektrischen und anderen Problemen heimgesucht. Erst im März war die Auslieferung der Dreamliner nach langer Unterbrechung wegen Herstellungsfehlern wieder aufgenommen worden. Nun gibt es erneut Probleme.

Beim 787 Dreamliner der Boeing Co ist offenbar ein neues Produktionsproblem aufgetaucht. Dies werde die Auslieferung der beliebten Großraumflugzeuge wahrscheinlich weiter verzögern, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Boeing geht davon aus, dass die Behebung des neu entdeckten Defekts mindestens drei Wochen in Anspruch nehmen wird, so einige dieser Personen. Das bedeutet, dass die Kunden möglicherweise für einen Großteil der traditionell geschäftigen Sommerreisezeit keine neuen Dreamliner erhalten werden.

Produktion voraussichtlich verlangsamt

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Boeing hatte die Auslieferung von Dreamlinern an Fluggesellschaften Ende Mai gestoppt, nachdem die US-Aufsichtsbehörden für Flugsicherheit die vom Flugzeughersteller vorgeschlagene Methode zur Überprüfung der Jets auf zuvor bekannt gewordene Produktionsfehler abgelehnt hatten. Es war die zweite derartige Unterbrechung im letzten Jahr. Es war nicht sofort klar, wie sich der aktuelle Lieferstopp auf die Dreamliner-Produktion von Boeing auswirken würde, aber eine Person, die mit der Angelegenheit vertraut ist, sagte, dass das Unternehmen voraussichtlich seine zuvor bekannt gegebene monatliche Produktion von fünf Flugzeugen verlangsamen wird, während es die Qualitätsprobleme angeht.

Boeing lehnte eine Stellungnahme ab. Die Federal Aviation Administration FAA teilte mit, dass das neu entdeckte Qualitätsproblem keine unmittelbare Sicherheitsbedrohung darstelle. Während die Behörde entscheiden wird, ob sie Modifikationen an den bereits in Betrieb befindlichen 787-Flugzeugen verlangen wird, hieß es von der FAA: "Boeing hat sich verpflichtet, diese Flugzeuge zu reparieren, bevor die Auslieferungen wieder aufgenommen werden."

Atueller Auslieferungsstopp nach fünfmonatiger Lieferpause

Der aktuelle Dreamliner-Auslieferungsstopp folgt auf eine frühere fünfmonatige Lieferpause vom letzten Herbst bis zu diesem Frühjahr. Dies führte zu einem Stau von rund 100 Flugzeugen bis Ende April, von denen Boeing viele bis Ende des Jahres auszuliefern hoffte. Der Lieferstopp war ein weiterer Rückschlag für den Luft- und Raumfahrtriesen, der in den letzten Jahren mit verschiedenen Problemen in seinen kommerziellen, Verteidigungs- und Raumfahrtprogrammen zu kämpfen hatte.

Es würgt auch eine wichtige Geldquelle ab, während Boeing versucht, die doppelte Krise zu überwinden, die aus zwei tödlichen Abstürzen seiner 737-Max-Flugzeuge Ende 2018 und Anfang 2019 resultierte, sowie die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf die Flugzeugnachfrage.

Neues Problem "in der Nähe der Nase"

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Das neue Problem tauchte an einem Teil des Flugzeugs auf, der als vorderes Druckschott an der Vorderseite des Flugzeugs bekannt ist, sagten Personen, die mit der Angelegenheit vertraut sind. Es betrifft die Außenhaut des Flugzeugs und ähnelt einem bereits früher bekannt gewordenen Problem, das an anderen Stellen des Dreamliners auftrat, sagte eine dieser Personen. Es tauchte im Rahmen der FAA-Überprüfung von Boeings Qualitätskontrollen an neu produzierten, nicht ausgelieferten Flugzeugen auf, sagte diese Person. Das Problem liege "in der Nähe der Nase bei bestimmten 787 Dreamlinern im Bestand des Unternehmens", teilte die FAA selbst am Montag dazu mit.

Das neue Problem hat keine unmittelbaren Sicherheitsbedenken aufgeworfen, aber Ingenieure bei Boeing und der FAA versuchen, das Potenzial des Defekts zu verstehen, vorzeitige Ermüdung an einem Schlüsselteil der Flugzeugstruktur zu verursachen, sagten Personen, die mit der Angelegenheit vertraut sind. Ende Mai stoppte Boeing erneut die Auslieferungen des Dreamliners, nachdem die FAA die vom Flugzeughersteller vorgeschlagene Methode abgelehnt hatte, neu produzierte Dreamliner mit einer Mischung aus Analysen und physischen Inspektionen auf Qualitätsprobleme zu überprüfen. Die Behörde verlangte mehr Daten, um Boeings Vorschlag zu untermauern.

Quelle: ntv.de, abe/DJ

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